Ausstellungen: Düsseldorf · von Gislind Nabakowski · S. 204
Ausstellungen: Düsseldorf , 1982

Schwarz

Kunsthalle, Düsseldorf

Hannah Weitemeier aus West-Berlin hat die Ausstellung mit dem lakonischen Titel „Schwarz“ erarbeitet. Das sind ausnahmslos „schwarze“ Arbeiten von 47 Künstlern aus der Sowjetunion, den USA, Westeuropa, Japan und Israel. Sie hat sie aus Vorschlägen von 200 Künstlern ausgewählt. „Schwarz“, so zeigt sich dabei, ist eine in der Malerei des 20. Jahrhunderts als Vereinzelung kontinuierlich wiederkehrende „Farbe“. Die Ausstellung möchte, soweit es möglich ist, in Fragmenten die historischen Zusammenhänge solcher Beobachtung ergründen helfen. Zwischen den Ouevres, meist Malerei, Objekte und Rauminstallationen befinden sich so hochkarätige Kunstwerke wie Alexander Rodschenkos „Abstraktion – Farbauflösung“ und das suprematistische „Schwarze Quadrat“ von Kasimir Malewitsch, zwei Leihgaben aus der Tretjakow-Galerie in Moskau, zwei Schlüsselwerke des Jahrhunderts, wie sie um und nach 1910 die Abstraktion in der Malerei begründet haben. Das weitaus breiter angelegte Spektrum der Ausstellung reicht jedoch bis in die heutigen Tage hinein. Diese sehr abstrakt erdachte Ausstellung lädt zur behutsamen Erfahrung ein. Mehr noch, möchte sie vergleichen, abwägen und Zusammenhänge verstehen. Zunächst: es gibt allergrößte Unterschiede bei Künstlern im Umgang mit der Farbe Schwarz, wie es etwa Arbeiten von Fontana und Ruthenbeck, von Antoni Tàpies und Mario Merz, von Barnett Newman und Picabia, von Willi Baumeister und Gerhardt von Graevenitz zeigen. Meditative Schwärzen gibt es da und verschlossene, nervöse ruhende, schwebende und lastende, von Lichtspuren erhellte und Depressions-Schwärzen – um damit nur einige wenige ihrer Eigenschaften zu nennen. Doch in all dem gibt es auch auffallenderweise immer wieder „symbolisch wiederkehrende“ Konstanten. „Schwarz“, so zeigt die Schau, ist in seiner Wiederkehr immer ein…

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von Gislind Nabakowski

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