Ausstellungen: Düsseldorf · von Nils Kristiansen · S. 228
Ausstellungen: Düsseldorf , 1982

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Die Geschichte des heiligen Tiyiupolo

Kunsthalle Düsseldorf

Kunsthalle Düsseldorf

Der heilige Tiyiupolo hieß in seiner Jugend Yiup, er war arm und unfromm, wurde fast zum Mörder und schändete die Frauen.

Daneben sammelte er auf verschlungenen Pfaden Geld, Gold und Geschmeide, – er wurde reich.

Er lebte in einem Tal, – seinem Tal, und gab viel Zeugnis von seiner neuen Freude um sich. Seine Umgebung nannte ihn nun fortan den hl. Tiyiupolo und hörte auf ihn, wenn er etwas tat oder sagte.

Das interessante an diesem Heiligen ist aber, daß er dann mit fortschreitendem Alter in der Mitte seines Lebens, mehr und mehr, sich erneut wandelte, und dies sei als Beispiel erwähnt: der hl. Tiyiupolo sagte viel in Gleichnissen, z. B. brachte er den Menschen regelmäßig, von den Bergen herab, zu ihren Wohnstätten, die Erdwärme. Jung und Alt freute sich und verstand dieses Gleichnis auf seine Art.

Eines Tages aber brachte der hl. Tiyiupolo, wieder aus den Bergen herabsteigend, den Reichen die Erdwärme!

Was war das? Die Leute waren verwirrt, die Reichen aber freuten sich, und man aß und trank zusammen im Tal.

Die Leute aber gewöhnten sich wieder ab, vom hl. Tiyiupolo zu sprechen, seine alten Untaten freilich, die er, Yiup, wie er damals hieß, vollbracht hatte, gerieten in Vergessenheit.

Januar 1982
Robert Hartmann
Nils Kristiansen
Ulrike Zilly

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