Ausstellungen: Zürich · von Justin Hoffmann · S. 424
Ausstellungen: Zürich , 1998

Justin Hoffmann

Siobhan Liddell

Galerie Bob van Orsouw, 22.8. – 10.10.1998

Einen Raum, der mehr an Natur als an die Innenausstattung eines Gebäudes erinnert, entwarf die in New York lebende Britin Siobhan Liddell für die Galerie Bob van Orsouw. Nicht selten muß der Betrachter ihrer Installation an Situationen von Science Fiction denken: an unbekannte Wesen in den Erzählungen von Stanislaw Lem oder an die Oberflächen fremder Planeten der „Star Trek“-Serie. Raumschiffe besitzen fast alle eine Rampe. Die Künstlerin hat gleichfalls eine breite Holzrampe mitten in den Hauptraum der Galerie gestellt. Doch sie führt ins Nichts, nur an ein Stück weiße Wand über dem Eingang. Zudem spaltet die Rampe den Raum in zwei Teile. Der Besucher ist eingeladen, die Rampe hochzusteigen und kann sich dabei wie auf einer Tour durch eine Tropfsteinhöhle auf dem hölzernen Geländer festhalten. Und die Anstrengung lohnt sich. Die Aussicht verspricht eine Verunsicherung der besonderen Art. Der Blick von der schiefen Ebene der Rampe läßt den Raum gleichsam aus den Fugen geraten. Der Boden verliert seine Stabilität.

Die Position auf der Rampe ermöglicht einen guten Überblick über die an verschiedenen Stellen plazierten Objekte der Künstlerin. Auch wenn sie aus so unterschiedlichen, in der Bildhauerkunst traditionellen Materialien wie Glas, Holz und Papier bestehen, so zeigen sie deutlich die gleiche Bildsprache, stammen vom selben „Planeten“. Sie stehen am Boden, sind kunstvoll an den Wänden befestigt oder hängen als fragile Gebilde von der Decke. Im Vergleich zu Künstlern der Individuellen Mythologien der 70er Jahre sind ihre Objekte abstrakter. Sie basieren auf vegetabilen oder kristallinen…

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