Titel: Grenzenlose Skulptur · von Sabine B. Vogel · S. 138
Titel: Grenzenlose Skulptur , 2014

Sofie Thorsen

SOFIE THORSEN: Mein Architekturstudium in Kopenhagen habe ich abgebrochen und bin 1993 für ein Jahr nach Ungarn in die Klasse von Dora Maurer gegangen. Das war eine meiner wichtigsten Erfahrungen. Dort habe ich verstanden, was konzeptuelles Arbeiten heißt. Später kam ich nach Wien in die Klasse Renee Green. Ich habe zwar immer Objekte gemacht, sie standen nur nie im Zentrum und ich habe mich auch nie als Bildhauerin verstanden. Aber das Dreidimensionale war mir wichtig, genauso wie die genaue Auseinandersetzung mit dem Raum. Von den raumbezogenen Arbeiten und Installationen der letzten Jahre bin ich dann zur Skulptur gekommen – und ich entdecke gerade Verwandtschaften mit ganz frühen Arbeiten.

Sabine B. Vogel: Führte dich der Weg von den Projektionsflächen für Diaprojektionen, die mit dünnen Stangen im Raum aufgestellt waren, zu den Stangen als eigenständige Objekte?

Ja, für meine Ausstellung „Schnitt A-A’“ im Kunsthaus Graz hatte ich die Situation eines großen Raumes, in den ich keine Wände stellen wollte. Alle Arbeiten sind auf hängenden oder liegenden Flächen präsentiert. Dazwischen platzierte ich farbige Stangen als Teil von „Spielplastiken“. Die Arbeit kreist um die Spielplatz-Skulpturen im Wien der Nachkriegszeit, die heute fast alle verschwunden sind. Es existieren nur mehr Dokumentationsfotos. Der bekannteste Spielplastik-Bildhauer ist der recht unbekannte Josef Seebacher. Es war Kunst im öffentlichen Raum, die benutzt werden sollte, für die Zeit sehr frisch und untypisch für die öffentliche Kunst in Wien. Es interessierte mich, wie diese Zwischendinge zwischen Kunst und Design in den pragmatischen Nachkriegsgemeindebauten standen, wie kleine utopische Architekturmodelle. Aus den Fotografien dieser…

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