Titel: Grenzenlose Skulptur · von Sabine B. Vogel · S. 114
Titel: Grenzenlose Skulptur , 2014

Alfredo & Isabel Aquilizan

ALFREDO & ISABEL AQUILIZAN: Wir sind keine Bildhauer. Wir arbeiten in den verschiedensten Medien, mit vielen Materialien – vor allem mit Gebrauchten, die bereits eine Geschichte in sich tragen und eine Erinnerung hervorrufen.

Sabine B. Vogel: Beginnt ihr mit dem Material oder mit der Geschichte?

Die Objekte, die wir ausstellen, sind nur der eine Teil. Genau so wichtig ist unsere Arbeit mit den Communities. „Flight“ beispielsweise, das wir 2008 auf der 2. Singapur Biennale zeigten, entstand nach Gesprächen mit Fischern in einem kleinen Dorf im Süden der Philippinen. Das Material, die Badelatschen, ergaben sich aus deren Problemen. Denn dort in der kleinen Bucht schwemmt es durch die Strömung den gesamten Müll einer nahegelegenen Stadt an.

Entstanden die vielen, eng gefüllten Boxen in „Adress“ (2007/08) auch durch diese Methode eines Austausches?

In den Philippinen heißen diese Kisten „Balikbayan“, „Heimkehrkisten“. Überall in der Welt haben Philippinen diese kleinen Boxen, in die sie technische Geräte, Gewand oder Schokolade, sogar Taschentücher packen und heimschicken – ein Akt, um mit der Heimat verbunden zu bleiben. Aber es ist auch ein Zeichen, dass sie noch nicht heimkommen. Für uns ist es ein starkes Bild für Diaspora …. jeden einzelnen Tag verlassen 3000 Menschen die Philippinen, um Arbeit zu finden. In „Adress“ haben wir aus 140 solcher Kisten ein Haus gebaut, aber ohne Dach.

Im Titel der beiden Werke nennt ihr das Projekt „Another Country“ – was ist damit gemeint?

Das Projekt begann, als wir 2009 die australische Staatsbürgerschaft bekamen. Wenn man auswandert, verliert man seine Heimat. Man lebt in…

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