Ausstellungen: Frankfurt a.M./Wien · von Roland Schappert · S. 310
Ausstellungen: Frankfurt a.M./Wien , 2006

Roland Schappert

Summer of Love

»Psychedelische Kunst der 60er Jahre«

Schirn Kunsthalle Frankfurt, 2.11.2005 – 12.2.2006
Kunsthalle Wien, 12.5.2006 – 3.9.2006

Der Name „Acid“ ruft nicht nur Erinnerungen an ein Halluzinogen mit dem Wirkstoff LSD-25 wach. Er steht heute auch für kommerzielle Bässe in Musiksamplern, ist spätestens seit den 70er Jahren grandioser Mythos und lieferte eine schillernde Legendenbildung für befreites Hippieleben, ungezügelte Acid-Test-Partys und einen Megatrip in eine andere – nämlich unsere eigentliche Innenwelt. Und als das kurze LSD-Zeitalter seinen Zenit 1968 schon wieder überschritten hatte und von der gesellschaftspolitischen Realität eingeholt wurde, man denke an die Eskalierung des Vietnamkrieges, die Studentenrevolten, das Attentat auf Rudi Dutschke, den Prager Frühling und die Ermordung Martin Luther Kings -, da erschien in Darmstadt ein sexistisch anmutendes Buch von Rolf Dieter Brinkmann und Ralf Rainer Rygulla mit dem Namen „Acid“ (März Verlag, 1969), jene Anthologie der amerikanischen Szene, die die Übergangsbereiche von Beatgeneration, Drogenkultur und Hippies literarisch dokumentierte.

LSD-25 wurde von dem Schweizer Chemiker des Sandoz-Forschungslabors Albert Hofmann 1938 erstmals aus von Pilz befallenen Getreidekörnern synthetisiert. Als Schmerzpräparat war es gedacht, aber untauglich. Seine halluzinogenen Eigenschaften wurden 1943 zufällig entdeckt. Aldous Huxley verfasste seit den 50er Jahren drei Bücher über psychedelische Wirkungsweisen und nahm LSD in elitären Kreisen. Die US-Regierung verbot LSD 1966, nachdem es in den 60er Jahren vor allem durch die Aktivitäten von Timothy Leary und Ken Kesey (Merry Pranksters) eine enorme Verbreitung gefunden hatte.

Die Ausstellung „Summer of Love“ wurde von Christoph Grunenberg, dem Direktor der Tate Liverpool, konzipiert. Nach ihrer Präsentation in Frankfurt am Main ist…

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