Titel: Zur Aktualität des Idyllischen · von Oliver Zybok · S. 36
Titel: Zur Aktualität des Idyllischen , 2006

Sven Drühl, Oliver Zybok

Zur Aktualität Des Idyllischen

Die beiden vorliegenden Bände thematisieren den überraschenden Umstand, dass in der zeitgenössischen Kunst immer wieder Positionen auszumachen sind, die sich mit dem verklärten Zustand eines besseren Lebens, einem utopischen Arkadien oder anderen stark differierenden Ausprägungen des Phänomens Idylle auseinandersetzen.

Bei Idylle handelt es sich um eine kunsthistorische, klassisch zu nennende Gattung, die einen umfang-

reichen Motivschatz aufweist, welcher die unterschiedlichsten Bildtraditionen nachhaltig bis in die Gegenwart hinein geprägt hat. Es gab nie eine feststehende Idylle, sondern stets diverse Arten von Idylle nebeneinander. Das Konzept des Idyllischen in seiner arkadischen Ausprägung liegt bereits in der Antike begründet und erreichte einen Höhepunkt im 17. und 18. Jahrhundert; gegenwärtig scheint sich eine weitere Hochkonjunktur idyllischer Bearbeitungen samt diverser Transformationen abzuzeichnen, die von den derzeit in hoher Konjunktur stehenden neoromantischen Konzeptionen zu unterscheiden sind.

Oliver Zybok liefert mit seinem einleitenden Beitrag einen Überblick zum Thema Idylle von der Antike bis zur Gegenwart. Schwerpunkte sind die Abgrenzung zur Romantik und die Transformation des Begriffs in der Kunst der Gegenwart. Ebenfalls mit zeitgenössischen Bearbeitungen der Gattung beschäftigt sich Sven Drühl, allerdings unter dem Fokus der Idylle-Ironiesierung. Es folgt ein Block von vier Interviews. Markus Draper thematisiert gebrochene Idyllen, bei denen das Scheitern oder die Zerstörung mit eingeschrieben sind. Lothar Götz dagegen untersucht unter dem Blickwinkel des Idyllischen das Wechselverhältnis von Öffentlichkeit und Privatheit in architektonischen Bezügen. Stefan Kürten fokussiert auf den Rückzug ins Private und operiert motivisch an der Schwelle zum Schwülstigen und Kitschigen. Zuletzt diskutiert Oliver Zybok mit den Kuratoren Max Hollein…

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