Gespräche mit Künstlern · von Jens Rönnau · S. 246
Gespräche mit Künstlern , 2006

Jens Rönnau

„Die Buchstabenreste sind Standbilder einer durch Geschwindigkeit geprägten Informationsgesellschaft“

Ein Gespräch mit Dirk Hupe

Mit seinen Buchstaben-Installationen sorgt dirk hupe schon länger für Aufmerksamkeit, besonders mit einigen größeren Arbeiten im öffentlichen Raum. Kürzlich erhielt er einen weiteren Preis: den erstmals vergebenen Kunstpreis der evangelischen Kirche in Essen. Jens Rönnau traf den Künstler im August in seiner Ausstellung der Stadtgalerie im Elbeforum Brunsbüttel. Dort zeigte hupe beleuchtete und unbeleuchtete Schriftobjekte, eine Raum-Installation sowie eine interaktive CD-ROM-Arbeit.

J.R. Dein erstes Studium in den achtziger Jahren galt der Philosophie und der Germanistik. Warum bist Du anschließend auf das Kommunikations-Design umgeschwenkt?

d.h. Schon in den Siebzigern hatte ich erste kleine Ausstellungen, unter anderem mit Fotoarbeiten und Zeichnungen. Deshalb war es mir ein Anliegen, Texte und insbesondere lyrische Arbeiten mit Bildern zu kombinieren. Die ersten Ansätze, die dann in meinem Studium an der Folkwangschule in Essen entstanden, war konsequenterweise die Kombination bildnerischer Medien mit lyrischen Texten. In der weiteren Auseinandersetzung mit dieser Thematik hat mich aber das übliche Nebeneinander dieser Medien gestört. Also begann ich Texte in dass Bild hineinzuarbeiten, kratzte Texte in Bildnegative oder malte Bilder aus Texten. Heute bestehen meine bildnerischen Arbeiten eigentlich nur noch aus Wortfragmenten, der Buchstabe selbst ist als Zeichen zum Bild geworden. Durch die Fragmentierungen entstehen sozusagen „moderne Hieroglyphen“, die nicht auf ihre explizite Bedeutung, sondern vielmehr auf Formen der Genese von Sinn hinweisen

Du bist ja auch Lyriker, aber Deine Texte bekommt man in der üblichen Form nicht zu lesen. Warum zertrümmerst Du die Worte…

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