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Titel: Pläne - Projekte - Perspektiven · S. 207 - 209
Titel: Pläne - Projekte - Perspektiven , 1990

The Museum Of Museums – Waregem/Belgien

Bouckstraat 8, B-8790 Weregem
Johan Van Geluwe

Es gibt Künstler, die konzeptuell und reflektierend über Kunst und damit verbundene Begrifflichkeiten arbeiten. Der belgische Künstler Johan van Geluwe bearbeitet den Begriff des Museums und musealisierendes Vorgehen bei Sammlungen. Dies zielt sowohl auf utopische Entwürfe als auch konkrete Realisierungen eines „Museums auf Zeit“. Erlaubte die Erweiterung des „Kunstwürdigen“ von Duchamp bis Beuys die Frage: „Was ist Kunst?“, so stellt van Geluwe die Frage: „Was ist ein Museum?“ Sein „erweiterter Museumsbegriff“ ironisiert die Festschreibung auf Definitionen und Deklarationen, wenn er etwa den Ausstellungsraum „De Vleeshal“ in Middelburg, wo Hilmar Liptow „Mein van Gogh Museum“ zeigte, kurzerhand zum Museum erklärt. In Waregem betreibt Johan van Geluwe sein „Museum of Museums“ (MOM) als eine Art „Über-Museum“. Im folgenden Statement grenzt er sein Konzept gegenüber dem gängigen „modischen Museum“ ab:

Das modische Museum

– Bringt Instant-Ausstellungen und artistische Modenshows ausschließlich jüngster Werke.

– Strebt die Darbietung des Neuesten vom Neuesten an: das Diktat der Novität.

– Ist zum flüchtigen Konsummedium der Massenkultur geworden, und dies zum Schaden der konzentrierten Qualität.

– Wird immer öfter zu kommerziellen und propagandistischen Zwecken mißbraucht.

Die Tradition der Neuigkeit hat die anderen Traditionen zur Nebensächlichkeit reduziert.

MOM Statement

– Die Kunst soll nicht ins Museum eingesperrt werden auf die Gefahr hin, daß sie sich der eigenen Umgebung entfremdet.

– Das Museum soll nicht nur Kulturhüter sein, sondern auch Anreger und Mitgestalter.

– Ohne seine Schwelle zu senken, soll das Museum zum vertraulichen Umgang mit Kunst ermuntern.

– Das MOM will das Museum aus dem Bereich der Kulturpolitik herausholen…


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