Gespräche mit Kunstvermittlern · von Ursula Maria Probst · S. 374
Gespräche mit Kunstvermittlern , 2004

TOUT VA BIEN

URSULA MARIA PROBST IM GESPRÄCH MIT ROGER M. BUERGEL, DEM KÜNSTLERISCHEN LEITER DER DOCUMENTA 12

Die Nominierung von Roger M. Buergel zum künstlerischen Leiter der Documenta 12 kam für viele überraschend. Die Wahl kann als ein klares Statement zur Autorenschaft eines Ausstellungsmachers betrachtet werden. 1962 in Berlin geboren, studierte Roger M. Buergel Kunst, Philosophie und Volkswirtschaft in Wien und Berlin, und gehörte seit der Gründung des Kunstmagazins ‚Springerin‘ zu dessen engstem Kreis. Für seine kuratorische Tätigkeit erhielt er den erstmalig vergebenen Walter Hopps Award for Curatorial Achievement der Menil Collection in Houston (Texas).

Ursula Maria Probst: Die Documenta 12 wird 2007 stattfinden. Es sind noch dreieinhalb Jahre bis dahin. Lassen Ausstellungen wie ‚Dinge, die wir nicht verstehen‘ in der Generali Foundation und jetzt ‚Regierung‘ in Lüneburg bereits Rückschlüsse auf das Konzept zu?

Roger M. Buergel: In meiner grundsätzlichen Herangehensweise an das Medium „Ausstellung“ werde ich nicht abweichen von dem, was Ruth Noack und ich bisher gemacht haben. Solch eine Ernennung macht einen schließlich nicht zu einem anderen Menschen. Nur hat eben diese Ausstellung ein ihr eigenes Format, und das heißt „Documenta“.

Sie planen einen historischen Transfer, indem Sie aktuelle Kunst mit Schlüsselwerken der Moderne in Relation setzen wollen. Wie beispielsweise mit dem Schwarzen Quadrat von Kasimir Malevitsch.

Die Geschichte der Moderne, an der sich die besten zeitgenössischen Künstlerinnen und Künstler abarbeiten, lässt sich nicht länger voraussetzen. Dieses Bildungsbürgertum, das sich orientieren konnte, existiert nicht mehr. Um klarzumachen, wie und warum Künstlerinnen und Künstler heute zu bestimmten formalen Entscheidungen kommen, müssen Genealogien aufgezeigt werden…

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