Ausstellungen: Trigon-Biennale Graz , 1990

Peter Funken

Trigon-Biennale ’89 – »AKTUELLE« Kunst

Neue Galerie und Künstlerhaus, 15.10 – 12.11.1989

Chaos und Ordnung“ – so hieß das Oberthema des diesjährigen „steirischen herbstes“ in Graz. Im Rahmen des Kulturfestivals fanden auch verschiedene Ausstellungen statt, wie zum Beispiel die Trigon-Biennale im Künstlerhaus und der Neuen Galerie. Peter Weibel hat Chaos als „die permanente Aneinanderreihung von Katastrophen“ definiert. Auch Achille Bonito Oliva, italienischer Trigon-Juror und Theoretiker der Transavantguardia, verwendet den Katastrophenbegriff in seiner Kunsttheorie: „In der Theorie der Katastrophe findet man die Möglichkeit, in einem einzigen Bild den gesamten Verlauf der Kunst des 20. Jahrhunderts zu definieren… Wenn man heutzutage von Kunst spricht, bezieht man sich ja in der Tat auf gelungene Katastrophen, die auf die Sprache eingewirkt haben.“1 An Olivas Ansatz sollte sich die Trigon-Ausstellung „AKTUELLE“ KUNST messen lassen. Der Begriff der Aktualität – von den Kuratoren bewußt in Anführungszeichen gesetzt – will nach Ansicht des Grazer Museumsdirektors Wilfried Skreiner darauf hinweisen, daß man „jenseits der neuen Malerei, des marginal verbliebenen Neo-Geo, der neuen Formen der Skulptur und der kunstimmanenten ästhetischen Wiederaufnahme der einstmals neuen Medien keine übergreifend wirksamen neuen Tendenzen für diese Zeit, aus dieser, ablesen“ kann.2 Und so ließ die Jury „aufgrund des Fehlens einer sich durchsetzenden neuen Entwicklung…,den von der Fortschrittsgläubigkeit gelösten Blick in der Kunstszene schweifen“.3 So weit, so gut! Das Ergebnis war eine Ausstellung, die neben Werken aus den Trigon-Ländern Italien, Jugoslawien und Österreich – Arbeiten aus den Gastländern Großbritannien, Frankreich, Ungarn, der Schweiz und den Niederlanden zeigte. Es waren insgesamt zwölf Künstler mit zahlreichen Objekten…

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