Gespräche mit Künstlern · von Friedemann Malsch · S. 236
Gespräche mit Künstlern , 1990

Aus meiner Zeitgenossenschaft – was machen

EIN GESPRÄCH MIT FRIEDMANN MALSCH

Wie nur wenige andere Werke steht jenes von Klaus vom Bruch paradigmatisch für die Entwicklung der Videokunst in den letzten 10 Jahren. Zahlreiche Ausstellungen im In- und Ausland belegen seine Bedeutung in diesem Bereich. Die Rezeption übersieht jedoch häufig den allgemeinen Kunstcharakter der Arbeiten vom Bruchs.

Seit Beginn seiner künstlerischen Arbeit, die bereits vor seinem Aufenthalt am California Institute for the Arts 1975/6 einsetzte, ist vom Bruchs Werk durch zwei Ebenen der Reflektion charakterisiert, die sich komplementär zueinander verhalten: der immer wieder unterlegten Thematisierung der Subjektivität der Person des Künstlers steht eine scharfe Reflektion über Verhältnis und Aufgabe von Kunst im allgemein gesellschaftlichen wie auch im besonderen politischen Rahmen gegenüber. Die frühen Arbeiten waren überwiegend an Fragen der Identitätsfindung des Einzelnen orientiert. In dieser Zeit entsteht die überwiegende Anzahl der Videotapes, aber auch Performances und einzelne Fotoarbeiten und Multiples. Seit 1984 produziert vom Bruch fast ausschließlich Installationen, die den jeweils gegebenen Raum vollständig in Anspruch nehmen. In den Installationen wird das Medienthema in bemerkenswerter Weise aus der Perspektive der distanzierten Betrachtung überführt in ein gestalterisches Mittel. Das wahrnehmungspsychologische Interesse vom Bruchs wendet sich hiermit von einer analytischen Haltung ab und stellt die experimentelle Anordnung in den Vordergrund.

Die Literatur zu den Arbeiten vom Bruchs ist noch überschaubar. Neben Beteiligungen an zahlreichen thematischen Ausstellungen sind die Kataloge zweier Einzelausstellungen der letzten Zeit von Wert: 1986 als Dorothea-von-Stetten-Preisträger, Städt. Kunstmuseum Bonn; 1988 die Ausstellung „Radarraum“ im Museum Abteiberg in Mönchengladbach.

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F.M.: In weiten Kreisen der Videoszene…

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