Gespräche mit Künstlern · von Amine Haase · S. 326
Gespräche mit Künstlern , 2002

Vom Anstieg und vom Abfall

oder

WIE DAS INNERE NACH AUSSEN GEKEHRT WERDEN KANN

Amine Haase im Gespräch mit dem amerikanischen Bildhauer und Filmemacher Matthew Barney anlässlich dessen Präsentation des „Cremaster Zyklus“ im Kölner Museum Ludwig vom 6. Juni bis 1. September 2001

Amine Haase: Sie haben früher Fußball sehr erfolgreich gespielt; wären Sie jetzt nicht lieber in Japan oder in Korea als in Köln?

Matthew Barney: Zu den Fußball-Weltmeisterschaften? Seitdem ich Kunst mache und nicht mehr Fußball spiele, verfolge ich gar nicht mehr, was da passiert. Fußball hat mich begeistert als ich 18, 19 war.

Aber Sie sind immer noch sportlich, oder?

Einige meiner Performances und Rollen, die ich in meinen Filmen spiele, verlangen schon ein ziemliches Training, das stimmt. Ich muss in Form bleiben, um das zu machen – zum Beispiel habe ich für die Szenen in „Cremaster 3“, bei denen ich im New Yorker Guggenheim Museum herumklettere, intensiv trainiert.

Ist die Ausstellung, die Sie jetzt in Köln eröffnen und die dann nach Paris und New York geht, Ihre größte bisher?

Ja. Das gesamte Projekt kann als komplette Form gesehen werden; die fünf „Cremaster“-Filme sind gleichzeitig und im selben Haus wie die Skulpturen zu sehen.

Worum geht es bei Ihren Filmen „Cremaster 1-5“?

Das ist eine weitreichende Frage.

Zum Beispiel die Chronologie der Entstehung – „Cremaster 1“ haben Sie 1996 gedreht, fast zwei Jahre nach Ihrem ersten „Cremaster“-Film, der dann aber „Cremaster 4“ wurde.

Was mich interessiert hat, war, mit dem Mittelstück zu enden. Angefangen hat es eigentlich 1991 mit einem Projekt, das ich in Los Angeles verwirklicht habe, „facility of…

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