Titel: Der Gebrauch der Fotografie II · von Heinz-Norbert Jocks · S. 44
Titel: Der Gebrauch der Fotografie II , 2004

HERTA WOLF

VOM NUTZEN UND VORTEIL DES HISTORISCHEN BLICKS FÜR DIE FOTOGRAFIE

EIN GESPRÄCH MIT HEINZ-NORBERT JOCKS

Herta Wolf ist Stiftungsprofessorin für Geschichte und Theorie der Fotografie an der Universität Duisburg-Essen mit Standort in Essen. Zu ihren Forschungsschwerpunkten gehören Wissenschaftsgeschichte als Mediengeschichte, Aspekte des Fotografischen in der Gegenwartskunst sowie Fotografie und Archiv. Mit der Herausgeberin der beiden Suhrkamp-Bände Paradigma Fotografie und Diskurse der Fotografie, die derzeit an einem Buch mit dem Arbeitstitel Herausforderung Venus. Die Fotografie als Medium des Vermessens im 19. Jahrhundert schreibt, sprach Heinz-Norbert Jocks über die Notwendigkeit und Problematik eines historischen Rückblicks.

Heinz-Norbert Jocks: Was brachte Sie dazu, sich mit Fotografie zu befassen?

Herta Wolf: Eigentlich bin ich Literaturwissenschaftlerin und beschäftigte mich in meiner Dissertation mit deutschsprachigen Reportagen über die Sowjetunion. Weil viele der Bücher mit Fotografien illustriert waren und weil ich semiotisch bzw. texttheoretisch arbeitete, war es naheliegend, mich mit der Fotografie zu befassen. Wie Sie wissen, wurden in der Semiotik auf unterschiedlichen Trägermedien basierende Ausdruckssysteme gleichermaßen als Texte begriffen, weswegen sich viele derjenigen, die aus der Literaturwissenschaft kamen und semiotisch arbeiteten, ikonischen Zeichensystemen zuwandten. So begann auch ich mehr und mehr über ikonische Texte oder, besser gesagt, indexikalisch-ikonische Texte bzw. über das, was als das älteste der „neuen“ Medien bezeichnet werden könnte, nämlich über die Fotografie bzw. über Fotografien zu arbeiten.

Für welche Theoretiker schlägt Ihr Herz?

Ob ich Ihnen darauf eine eindeutige Antwort geben kann, weiß ich nicht so recht. Sicherlich haben Roland Barthes und Rosalind Krauss mein methodisches Vorgehen und mein Denken maßgeblich beeinflusst. Die Arbeiten von Michel Foucault waren…

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