Ausstellungen: Basel · von Reinhard Ermen · S. 439
Ausstellungen: Basel , 1999

Reinhard Ermen

»White Fire – Flying Man«

Amerikanische Kunst 1959 – 1999

Museum für Gegenwartskunst, Basel, 5.6. – 26.9.1999

Der Stolz ist nicht unberechtigt, mit dem das Kunstmuseum Basel auf seine Sammeltätigkeit in Sachen Amerikanischer Kunst während der letzten 40 Jahre zurückblickt. Zwar fand der erste Ankauf in dieser Richtung keinesfalls erst 1959 statt, doch mit einer großzügigen Schenkung (bedachtsam gelenkt durch den damaligen Direktor der Kunsthalle Arnold Rüdlinger) der Schweizerischen Nationalversicherung von vier repräsentativen Gemälden von Franz Kline, Barnett Newman, Mark Rothko und Clifford Still wurde der Anfang einer kontinuierlichen Auseinandersetzung mit der neuen Kunst Amerikas gelegt. Bühne für den großen Auftritt des respektablen Bestandes war jetzt das Museum für Gegenwartskunst, das zu diesem Zweck fast ganz in Besitz genommen wurde; nur oben im dritten Stock residiert noch immer Joseph Beuys‘ „Laboratorium der Imaginationen“ (= 11 Vitrinen und weitere Werke) als reizvoller Kontrast, als ein eigener Kontinent, der im Innersten von durchaus anderen Kräften zusammengehalten wird als alle Kunstanstrengungen der Neuen Welt.

Was in „White Fire – Flying Man“ sofort auffällt, ist die kenntnisreiche, einfühlsame Präsentation, die durch kundige, knappe Legenden zu jedem Künstler noch unterstrichen wird. Hörinseln ermöglichen die Erweiterung der akustischen Eindrücke. Der Baseler Besitzerstolz verursacht keinesfalls eine Materialschlacht. Etwa 100 Gemälde, Plastiken, Installationen, Foto- und Videoarbeiten haben genügend Raum zum atmen; ohne aufdringliche Ausstellungsdramatik ist der Betrachter aufgefordert, den Assoziationsangeboten der Kuratorin (Katharina Schmidt) zu folgen. Da schweben zum Beispiel hoch über dem Tisch, auf dem On Kawaras monumentales Zahlenwerk „One Million Years“ (Past 1969/70) ausgebreitet ist, Alexander Calders „Five Branches…

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