Biennalen: Hamburg · von Claudia Herstatt · S. 366
Biennalen: Hamburg , 1999

Claudia Herstatt

1. Triennale der Photographie

Hamburg, April bis September 1999

Ihr seltsam diffuses Gesicht war überall: auf Plakaten, dem kleinen Veranstaltungsguide, dem witzig als Fototasche mit Klettverschluss entworfenen Umschlag für Informationen: Nancy Bursons „First Beauty Composite“ als Überblendung der Gesichter fünf schöner und berühmter Filmschauspielerinnen war das Erkennungszeichen der 1. Triennale der Photographie in Hamburg.

Der 1993 gegründete Arbeitskreis Photographie mit dem Modefotografen, Sammler und Promotor F.C. Gundlach an der Spitze hatte es sich zum Ziel gesetzt, in der Medienmetropole Hamburg dem „wichtigsten visuellen Medium des 20. Jahrhunderts“ ein wiederkehrendes Ausstellungs- und Diskussionsforum zu schaffen. Zur Realisierung dieses Vorhabens gelang fast ein kleines Wunder: Alle sieben staatlichen Museen ließen sich zur Teilnahme mit eigenen Ausstellungsprojekten gewinnen.

Die Deichtorhallen stellten darüber hinaus ihre Räume für zwei eigenverantwortliche Schauen und die in der Regie des Arbeitskreises erarbeitete Ausstellung „Wohin kein Auge reicht“ zur Verfügung. Im Laufe der Vorbereitungen dockten sich Galerien und private Initiativen an das Unternehmen an, so dass die Triennale auf mehr als 70 Veranstaltungspunkte kam, deren Anspruch und Qualität allerdings stark variierte.

Wurde einzelnen Beiträgen die überregionale und berechtigte Aufmerksamkeit zuteil, so wurde die Triennale als gesamtes Ereignis allerdings nicht in dem gewünschten Umfang wahrgenommen. Das lag unter anderem daran, dass die in der Hansestadt so prominent auf Bilder setzenden Printmedien das Unternehmen finanziell im Regen stehen ließen.

Als Sponsoren traten sie bis auf teilweise sogar nur unter der Hand zugestandene Sachmittel (kostenlose Fotokopien bei Geo, Assistenz für die Internetseite von Spiegel Online) nicht in Erscheinung. Nicht, dass man sie nicht umgarnt hätte. F. C….

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