Titel: Die Kunst des Gehens - Hommagen an große AlleinGänger · von Suzanne Pellaux · S. 166 - 177
Titel: Die Kunst des Gehens - Hommagen an große AlleinGänger ,
Titel: Die Kunst des Gehens - Hommagen an große AlleinGänger

Agnès Varda

Emanzipativer Alleingang. Hommage an die Grande Dame des französischen Films

von Suzanne Pellaux

„Ich glaube ganz ernsthaft, dass meine Fantasie von der Wirklichkeit gespeist wird. Ich benutze das Imaginäre nicht, um der Realität zu entkommen. Mir kommt es so vor, als ob ich meine Ideen in der Realität finde. Ich bin also ein bisschen wie diese Frauen, die Muster stricken – eins rechts, eins links. Mir scheint, dass dieses Kommen und Gehen von Nachdenken, Ideen, Vorstellung und Filmarbeit zwischen dem Wahren und dem Nicht-Wahren für mich den Reiz des Lebens ausmacht. Wenn man Kino macht, muss man das Leben neu erfinden.“ — Agnès Varda<

Sie bespielt über Jahrzehnte hinweg die Leinwand mit wachem Blick und durchgängiger Originalität. Die Metamorphosen ihrer beruflichen Karriere sind vielfältig. Sie selbst spricht von ihren „drei Leben“: als Fotografin, als Filmemacherin und als visuelle Künstlerin. Ihre Veränderung hin zur Filmemacherin begründet sie wie folgt: „Die Fotografie war mir zu stumm. Es war ein wenig wie: ‚Sei schön und ruhig.‘ Perfekte Bilder, hübsche Rahmen, all das löste in mir Überdruss aus.“1

Die Rede ist von Agnès Varda (1928 – 2019) und ihrer künstlerischen Vision, die Bilder sowohl zum Laufen als auch zum Sprechen zu bringen. Verbunden mit dem Wunsch, Geschichten von Frauen zu erzählen. Für ihre Arbeitsweise prägt sie den Begriff „Cinécriture“ (Filmschreiben), zusammengesetzt aus den Worten „Cinéma“ und „Ecriture“. Es geht um die ganz persönliche Handschrift einer Filmemacherin, die mit ihrer Kamera einen Film schreibt, analog zur Schriftstellerin, die mit einem Stift oder am Computer einen Roman verfasst. Agnès…

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