Gespräche mit Künstlern · von Heinz-Norbert Jocks · S. 202
Gespräche mit Künstlern ,

Hans Haacke

Der Nonkonformist

Ein Gespräch von Heinz-Norbert Jocks

Nicht nur einmal in seinem Leben hat sich der 1936 in Köln geborene New Yorker Konzeptkünstler Hans Haacke unbeliebt gemacht. Als er, das unverbesserliche Enfant terrible der internationalen Kunstwelt, 1993 auf der Biennale von Venedig den Boden des zusammen mit Nam June Paik bespielten Deutschen Pavillons aufriss, wurde dieser zwar mit dem Goldenen Löwen ausgezeichnet. Doch die deutsche Presse reagierte eher verhalten auf diese heute vielzitierte Intervention namens „Germania“. Mit der hatte er unverblümt die Erinnerung an die deutsche Vergangenheit wachgerufen, just in dem Moment, da Deutschland die Fußballmeisterschaft gewonnen hatte. Kürzlich wurde dieser Unbestechliche, den das New Museum in New York derzeit mit einer großen Ausstellung feiert, als „eine der konsequentesten, kompromisslosesten Figuren der amerikanischen Kunst“ bezeichnet. Und jetzt, da er 83 Jahre geworden ist, führt er so plötzlich wie unerwartet die Rangliste der 100 einflussreichsten Persönlichkeiten der Kunstwelt an und erhält in diesem Jahr nun auch endlich den renommierten Kaiser ring in Goslar.

Hans-Norbert Jocks: Was hat Sie nach New York verschlagen?

Hans Haacke: Von der Tyler School of Art an der Temple University bekam ich 1961 ein Fulbright-Stipendium und war damit ein Jahr in Philadelphia. Danach verbrachte ich weitere zwölf Monate in New York. Weil ich ein Studentenvisum hatte, das nicht verlängert werden konnte, musste ich zurück nach Deutschland

Was faszinierte Sie an New York?

Die Kunstszene war vital. Von den Künstlern, die später berühmt wurden, lernte ich einige in dieser Zeit kennen, darunter Ronald Bladen und Robert Morris. Hinzu…

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