Ausstellungen: Berlin · von Ronald Berg · S. 253 - 255
Ausstellungen: Berlin ,

Berlin

Anthony Caro

The Last Judgement Sculpture

Gemäldegalerie der Staatlichen Museen zu Berlin 20.12.2019 – 12.07.2020

von Ronald Berg

Die 25 Skulpturen in dieser raumgreifenden Installation sehen in ihrer Mischung aus Figuration und Abstraktion modern und archaisch zugleich aus. Arrangiert inmitten der großen Wandelhalle der Berliner Gemäldegalerie auf einem niedrigen Podest in Form und Ausmaßen eines Kirchenschiffes, erinnern die dargestellten Szenen in ihren schrankartigen Gehäusen an Seitenkappellen, wie sie in mittelalterlichen Gotteshäusern zu finden sind. Auch der zugehörige Eingang wirkt wie eine Kirchenfassade mit einem zentralen Tor in einem überhöhten Mittelteil und einer darüber in die Holzwand eingelassenen Glocke.

Hinter diesem „Glockenturm“ tut sich nicht fern eine weitere Tür auf. Es ist die „Tür des Todes“. Sie andeutet an, wo das Geschehen sich abspielt, in das der Besucher sich hier hineingewagt hat. Er steht nun selbst mitten im „Jüngsten Gericht“, wie Anthony Caro (1924 – 2013) sein Werk genannt hat. Ausmaße und Thematik machen diese Installation zu einem Hauptwerk des englischen Bildhauers. 1999 entstanden, bereits in der Entstehungsphase vom Kunstsammler und Schraubenkönig Reinhold Würth erworben und unmittelbar nach der Fertigstellung auf der Biennale in Venedig gezeigt, wird die Arbeit nun dank einer laufenden Reihe von Gastspielen der Sammlung Würth bei den Staatlichen Museen zu Berlin in einer Umgebung präsentiert, die Caros Thema kunsthistorisch kontextualisiert.

Es gibt in der Gemäldegalerie einige bedeutende Darstellungen des Jüngsten Gerichts – etwa von Fra Angelico, Petrus Christus, Jehan Bellegambe, dazu kommt eine Kopie des Weltgerichtstriptychons von Hieronymus Bosch durch Lucas Cranach dem Älteren. Alle diese Bilder fallen in das knappe Jahrhundert von…

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