Ausstellungen: Wien , 2012

Franz Thalmair

Alejandro Cesarco

»Das Lesen lesen«

Mumok Wien, 22.9.2012 – 13.1.2013

Der/die LeserIn muss die gleiche Möglichkeit haben, das Geheimnis zu lüften, wie der Detektiv. Alle Anhaltspunkte müssen deutlich ausgewiesen und beschrieben werden.“ Dies ist die erste von insgesamt „Twenty Rules For Writing Detective Stories“, die 1928 von Willard Huntington Wright unter dem Pseudonym S. S. Van Dine in „The American Magazine“ veröffentlicht wurden. „The Streets Were Dark With Something More Than Night or The Closer I Get to the End the More I Rewrite the Beginning“ (2011) lauten sowohl der rätselhafte Titel Alejandro Cesarcos Installation im Museum Moderner Kunst in Wien als auch des dazugehörigen Buchs, in dem der Künstler die 20 Regeln Van Dines wiederveröffentlicht hat. Der in Uruguay geborene und in New York lebende Künstler, dessen Werk häufig in der Tradition sprach- und literaturbasierter Konzeptkunst der 1960er- und 1970er-Jahre verankert wird, schickt die AusstellungsbesucherInnen auf eine detektivische Entdeckungsreise, deren Ziel es nicht ist, ein Verbrechen zu lösen, sondern dem Genre der Detektivgeschichte mit all seinen Facetten auf die Schliche zu kommen.

So geheimnisvoll der Titel der Installation wirken mag, bei näherer Betrachtung verrät er nicht nur viel über die literarische Gattung, der er entspringt, sondern auch über den analytisch-poetischen Stil des Künstlers. Der erste Teil etwa situiert die Detektivgeschichte mit den Worten „The Streets Were Dark With Something More Than Night“ in einem urbanen Umfeld und greift die unfassbar-unheimliche Komponente auf, die jeder dieser Erzählungen zugrunde liegt und deren Auflösung die Triebfeder für ihre Lektüre ist. Es geht um Dunkelheit, um…

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von Franz Thalmair

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