Titel: Supermarktsystem Biennalen - 9th Gwangju Biennale 2012 · von Susanne Boecker · S. 202
Titel: Supermarktsystem Biennalen - 9th Gwangju Biennale 2012 , 2012

9th Gwangju Biennale 2012

»Round Table«

Gwangju Biennale Hall, Temple Mugaksa, Daein Market, Gwangju Cinema, Gwangju Museum of Art, 7.9.-11.11.2012

von Susanne Boecker

Fotos von Wolfgang Träger

Es gibt verschiedene Gründe, eine Biennale ins Leben zu rufen: ehrgeiziges Stadtmarketing, das mit Kultur eine Imageverbesserung und steigende Touristenzahlen erreichen möchte, der eklatante Mangel an Ausstellungsräumen für zeitgenössische Kunst oder alternative Grassroot-Initiativen. Einige Biennalen entstehen auch als Antwort auf massive Krisen, wie etwa die Prospect Biennale in New Orleans, die nach den Zerstörungen des Wirbelsturms Katrina initiiert wurde. Einen solchen sehr konkreten Anlass gab es auch bei der Gwangju Biennale in Südkorea, die an das Gwangju-Massaker im Jahr 1980 erinnern soll. Bei den Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und Armee wurden mindestens 170 Menschen getötet, und bis heute gilt das Massaker als Symbol für die Unterdrückung der Demokratiebewegung in Südkorea in den 80er-Jahren.

Die Kuratorinnen der 9th Gwangju Biennale 2012

In Gedenken an den Geist dieser Protestbewegung gründete man 14 Jahre später die Gwangju Biennale. Die erste Ausgabe fand 1995 in der „Gwangju Biennale Hall“ statt. Mit diesem innerhalb kürzester Zeit errichteten eigenen Bau setzte man in Gwangju ein Zeichen: diese Biennale sollte etwas Großes sein, eine dauerhafte Einrichtung und die erste „globalized show“ zeitgenössischer Kunst in Asien. Von den Massenmedien stark unterstützt, brachte es die 1. Ausgabe auf einen Besucherrekord von 1.600.000 Personen (zum Vergleich: die dOCUMENTA (13) zählte in diesem Jahr 860.000 Besucher).

Seither findet die Biennale alle zwei Jahre statt, wobei jede Ausgabe den Anspruch erhebt, den demokratischen Aufstand und die Revolution von 1980 zu reflektieren. Dass die Gwangju…

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