Ausstellungen: Dortmund · von Claudia Posca · S. 383
Ausstellungen: Dortmund , 2002

CLAUDIA POSCA

„…auch wir Maschinen, auch wir mechanisiert!…“

Museum am Ostwall im Museum für Kunst und Kulturgeschichte Dortmund, 10.3. – 16.6.2002

„…auch wir Maschinen, auch wir mechanisiert!…“ titelt im Rückgriff auf ein 1922 erschienenes Manifest (unterzeichnet von Enrico Prampolini, Ivo Pannaggi und Vinicio Paladini) durchaus martialisch anmutend eine Ausstellung „zur zweiten Phase des italienischen Futurismus 1915-1945“, der bis dato in Deutschland, ganz anders als in Italien, noch einer breiten öffentlichen Rezeption harrt. So gab es in den letzten 50 Jahren nur zwei größere Ausstellungen zum Thema: 1974 in der Kunsthalle Düsseldorf und im vergangenen Jahr im Sprengel Museum Hannover.

Die jetzt in Dortmund zu sehende Futurismus-Schau mit über 200 Leihgaben aus Museen und Privatsammlungen, angefangen bei Gemälden und Zeichnungen über Grafiken, Skulpturen, Plakate, Manifeste und Bücher bis hin zu Möbeln und Textilien hat das Museum am Ostwall ausgerichtet, allerdings nicht im eigenen Haus, sondern im Museum für Kunst und Kulturgeschichte schräg gegenüber vom Hauptbahnhof. Die verkehrstechnisch günstigere Lage aber ist dann auch schon der einzige Vorteil, den die Wahl dieses Instituts gegenüber dem Stammhaus am Ostwall aufweist. Denn was dem kulturhistorischen Museum mangelt hat das Kunstmuseum am traditionellen Standort durchaus zu bieten: unterschiedlich große Räume, einen lichten Gartensaal und einen wunderbar hohen Lichthof.

Unweigerlich steht da die Frage im Raum, warum sich die kunsthistorische Pionier-Ausstellung im Zeichen eines erstmals in Deutschland umfassend beleuchteten „zweiten Futurismus“ mit solch niedrigen und dazu noch engen Räumen begnügen muss? Denn den durchgängigen Mangel an Raum, Licht und Weite im Museum für Kunst und Kulturgeschichte macht auch das Kabinett mit…

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