Australien
Marco Fusinato
DESASTRES
Kommissar: Australia Council for the Arts Kuratorin: Alexie Glass-Kantor Ort: Giardini
„Die meisten Menschen werden meine Arbeit nicht mögen“, erklärte Marco Fusinato (1964) im Vorfeld der Biennale. Von Dienstag bis Sonntag wolle er über die gesamte Laufzeit im Pavillon Klänge von „dissonanter Intensität“ auf seiner Gitarre spielen, begleitet von einer Bilderflut, darunter Kriegsszenen und kotende Hunde. „Desastres“ nennt Fusinato seine Performance. „Ich möchte das Publikum mit Spektakel sättigen, es soll etwas fühlen.“ So durchzieht jetzt eine riesige, von der Decke bis zum Boden reichende LED-Leinwand den Pavillon, von der aus wir mit einer Bilderflut überschüttet werden: diffuse schwarz-weiß Detailaufnahmen, abstrakte graue Strukturen, Comiczeichnungen, ab und an erkennt man Gewehre, auch Szenen gewaltsamer Unruhen.
Das Bildmaterial wird per Zufallsgenerator aus einem Archiv von mehr als 10.000 Dateien ausgewählt, laut Künstler in Reaktion auf die Frequenzen und Rhythmen seiner Gitarre. „Ich sammle Bilder, die ich als ,fucked up‘ empfinde, was immer das meint. Es ist ein Weg, einen Sinn in den Dingen zu finden, die mich umgeben“, erklärt er in der Begleitbroschüre. Über eine große Lautsprechermauer hört man die ohrenbetäubend laute Beschallung verzerrter E-Gitarren-Klänge. Wenn Fusinato im Raum spielt, sitzt er am Rand mit dem Rücken zum Publikum. So will er jede Ablenkung und konventionelle Formen des Entertainments vermeiden. „Ich übernehme die Rolle eines Arbeiters“, erklärt er, „ich möchte etwas Skulpturales damit schaffen, die Galerie füllen, nicht mit Bronze oder Marmor, sondern mit Vibrationen, die durch die Luft reisen.“ Es gebe kein Thema, es sei ein „wildes Projekt“ „ohne…
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