Gespräche mit Sammlern · von Amine Haase · S. 435
Gespräche mit Sammlern , 2000

Bad-Rituale und
Biennale-Beiträge

AMINE HAASE SPRACH MIT ANDREAS DORNBRACHT

Andreas Dornbracht hat sich nicht nur mit dem Namen des Familienunternehmens für Design-Armaturen in Iserlohn einen Namen gemacht, sondern auch durch sein Engagement für die Kunst. Soeben hatte seine Zusammenarbeit mit dem Kölnischen Kunstverein Premiere: Michel Majerus realisierte das erste der auf fünf Ausstellungen in fünf Jahren konzipierte „Dornbracht Installation Projects“. Dornbracht wird auch mit für die Finanzierung des deutschen Pavillons auf der Biennale 2001 in Venedig sorgen. Dorthin hat der Direktor des Kölnischen Kunstvereins und deutscher „Kommissar“ für Venedig, Udo Kittelmann, den in Mönchengladbach-Rheydt lebenden Künstler Gregor Schneider eingeladen. Bereits 1999 hatte Dornbracht den Beitrag von Rosemarie Trockel für den deutschen Pavillon unterstützt. In einem Gespräch erläutert der Unternehmer und Mäzen sein Kunst-Engagment.

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Amine Haase: Herr Dornbracht, woher kommt Ihre Liebe zur Kunst?

Andreas Dornbracht: Das hängt mit der historischen Entwicklung unserer Firma zusammen, denn die hat sich sehr intensiv mit Produkt-Design und Architektur beschäftigt. Da habe ich viele Erfahrungen sammeln können, und irgendwann haben wir uns nach neuen Horizonten umgeschaut. Über das Thema Kultur sind wir dann sehr schnell zur Kunst gekommen. Als Unternehmen haben wir uns auch intensiv mit den Themen Bad-Kultur und Bad-Ritual auseinandergesetzt. Dadurch entstand auch ein Zugang zur Kunst. Und ich habe gesehen, wie spannend die zeitgenössische Kunst ist.

Was bezeichnen Sie als Bad-Ritual?

Das ist die Abfolge von Handlungen im Bad, auch unbewussten Handlungen. Jeder hat ja so sein eigenes Wasch-Ritual entwickelt, oder auch ein Entspannungs-Ritual. Viele Menschen sind sich gar nicht bewusst, dass es sich um ein Ritual handelt. Wenn…

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