Dan Peterman
Berücksichtigung kollaborativer Elemente
Ein Gespräch von Oliver Zybok
Im gesamten Ouvre des in Chicago lebenden Künstlers Dan Peterman findet sich eine Haltung, die Prozesse in Gang setzt, deren katalysatorische Kraft sich daraus speist, dass verschiedene Materialien aus unterschiedlichen Zusammenhängen in neue Kontexte überführt werden. Seine Arbeit beruht auf einer intensiven Untersuchung der Schnittstellen zwischen Kunst und Ökologie. Zur Entwicklung von Projekten und Installationen verwendet Peterman unter Einbeziehung sozialer und ökonomischer Aspekte sowie eines Aufgebots ökologisch komplizierter Materialien und situationsbezogener Entscheidungen eine Anzahl verschiedener Strategien. Ohne überdidaktisch oder beschreibend zu sein, berührt seine Arbeit die komplexen Verflechtungen von Ursache und Wirkung, ständig wechselnder Werte, materieller Transformationen und unserer Versuche, materielle Einwirkungen auf die Welt zu verstehen.
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Oliver Zybok: In unserer globalisierten Welt spielen größere, Disziplinen übergreifende Zusammenhänge mit ihrer hohen Komplexität eine immer gewichtigere Rolle. Der Mensch muss lernen, mit Dingen, die er nicht versteht, umzugehen, um nicht vor der unglaublichen Komplexität zu kapitulieren. Wie kann Kunst auf diese aktuelle Bewusstseinsproblematik der Allgemeinheit reagieren?
Dan Peterman: Künstler haben die Möglichkeit, Fragen, die gestellt, und Situationen, die erfasst werden müssen, immer wieder jeweiligen Situationen anzupassen. Sehr viele können angesichts von Problemen wie der Klimakatastrophe und den verschiedenen Epidemien ein großes initiatives Potential abrufen. Es gibt sicherlich nicht einen einzigen richtigen Weg, um ein Bewusstsein für die gegenwärtigen ökologischen Probleme zu schaffen und auch nicht einen, um zu definieren, was denn genau diese Probleme sind. Aber die Kunst kann eine dynamische Form von Untersuchung sein, die verschiedene, facettenreiche interdisziplinäre Modelle einführt. Wichtig ist, dass…