Titel: Existenz am Limit · von Oliver Zybok · S. 166
Titel: Existenz am Limit , 2009

Peter Fend

Praktische Taten

Ein Gespräch von Oliver Zybok

Der amerikanische Künstler Peter Fend knüpft mit seiner Arbeit an die Traditionen der sich in den 1960er Jahren etablierenden Bewegungen der Land Art, der Konzeptkunst und des Happenings an. Dabei werden traditionelle Formen der Kunstproduktion und -prozesse radikal aufgebrochen und das individuelle Kunstschaffen wird durch komplexere, kollektive Arbeitsprozesse erweitert bzw. ersetzt. So beschäftigt sich Fend mit Themen wie der internationalen Ölpolitik und den Folgen der Ausbeutung von Rohstoffquellen zur Energiegewinnung, der Erwärmung der Erdatmosphäre, der zunehmenden Versteppung von vormals fruchtbaren Gebieten und den daraus entstehenden sozialen Ungleichheiten. Die kollektive Arbeit geschieht zum Teil in einer offiziellen Unternehmensstruktur, der im Staate New York eingetragenen Aktiengesellschaft Ocean Earth Construction and Development Corporation (OECD), die Fend 1980 gründete.

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Oliver Zybok: Wenn heute Flutkatastrophen, Hitzewellen oder die Vogelgrippe die menschliche Zivilisation in Angst und Schrecken versetzen, so gelten diese, wie auch der prognostizierte Klimawandel, als vom Menschen verantwortet. Kommt die Bedrohung wirklich aus dem Kulturraum? Wenn ja, warum?

Peter Fend: Ich denke schon. Als ich jung war, legte ich Wert darauf, so naturnah wie möglich zu leben. Ich arbeitete an Berghängen in Colorado, verrichtete Handarbeiten in der Fischerei-Industrie und wohnte in der Nähe in einem Anbauschuppen. Davor verbrachte ich mehrere Sommer in einem Survival Camp, wo wir, um genug zu essen zu haben, Tiere mit den Händen töteten. Die Zivilisation, die für mich den modernen Kulturraum repräsentiert, sahen wir als verfallen an. Im College konnte ich beim Lauftraining in der Prärie spüren, dass die Landwirtschaft der Ursprünglichkeit der Natur schadet…

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