Titel: Existenz am Limit · von Raimar Stange · S. 208
Titel: Existenz am Limit , 2009

Tue Greenfort

Der Nachhaltige

Ein Gespräch mit Raimar Stange

Der junge dänische Künstler Tue Greenfort hat sich von Beginn seiner künstlerischen Laufbahn an, in erster Linie mit ökologischen Themen beschäftigt. Großangelegte (Land Art-)Projekte gehören genauso zu seinem Werk wie Zeichnungen und Fotos, Skulpturen oder Rauminstallationen. Immer wieder bezieht er sich auf die jüngere Kunstgeschichte, z. B. auf Hans Haacke oder Dieter Roth. Auf der Suche nach einer ökologisch bewussten Lebenshaltung und -praxis ist ihm wichtig, das Betriebssystem Kunst mit einzubeziehen. Institutionskritik, etwa in Form von einer Überprüfung der Energiebilanz eines Museums, ist ihm ebenso dringlich wie die Kritik an Politik und Gesellschaft. Heute kann man Greenfort als einen der wichtigsten Künstler seiner Generation bezeichnen, der immer wieder engagiert wie spielerischexperimentell zum Klimawandel Stellung bezieht.

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Raimar Stange: Was hat eigentlich Dein Interesse für ökologische Fragen geweckt?

Tue Greenfort: Ich glaube, es hat damit zu tun, dass ich als Kind viel Zeit in der Natur verbracht habe. Außerdem kämpften meine Eltern damals aktiv gegen eine Mülldeponie, die bei uns in der Nähe war. Zudem hatten wir Kontakt zu einem der ersten ökologischen Bauern in Dänemark. Er hat Milchkühe gehalten und wir bekamen unsere nichthomogenesierte und nichtpastaurisierte Milch von ihm. Der frühe Kontakt zu diesen umweltproblematischen Fragestellungen und zu Fachleuten wie Biologen, Bauern und Mitgliedern von NGOs ist wohl der Grund, warum ich später in meinem Leben das Interesse an Ökologie weiter verfolgt habe.

Kannst du dich noch an Deine erste künstlerische Arbeit zum Thema Ökologie erinnern?

Ja, das war in Frankfurt, für den Rundgang an der dortigen Städelschule 2001….

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