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Ausstellungen: Zürich · S. 316 - 316
Ausstellungen: Zürich , 1988

Christoph Schenker
Daniel Zimmermann

Galerie R. Varisella Nürnberg, 25.9.-28.10.1987
Galerie Marlene Frei, 24.3.-7.5.1988

Daniel Zimmermann (*1958, lebt in Zürich), dessen Objekten zu begegnen man in der Schweiz schön öfters die Gelegenheit hatte, zeigte nun in der Galerie Varisella in Nürnberg, erstmals in einer Einzelausstellung in Deutschland, rund ein Dutzend Arbeiten. Diese sind zum größten Teil Wandobjekte, die zumeist aus vorfabrizierten, vorgefundenen Gegenständen verfertigt sind. Dabei geht es offensichtlich nicht so sehr um diese Gegenstände als Dinge, nicht um eine Ästhetisierung der Alltäglichkeit etwa, ebensowenig um eine Fiktionalisierung der Realität: nicht um die Verwandlung des Banalen also (oder wie auch immer). Vielmehr aktualisieren diese Arbeiten unterschiedliche Zeichensysteme, mit welchen die Dinge verwoben sind und zu welchen sie die Grundlage bilden. Zimmermanns Arbeiten haben damit weit mehr mit dem Konflikt von Ding – Bild (Zeichen) – Begriff zu tun, wie ihn Marcel Broodthaers entwickelt hat, denn mit irgendeiner Art von Realismus. Und so wie Broodthaers sich deutlich vom Nouveau Réalisme distanzierte, dessen „Wörtlichkeit“ ihm nicht gepaßt habe und dessen Objekte seiner Ansicht nach eine grobe und simple Annahme des Fortschritts in der Kunst wiedergegeben hätten, in gleichem Maße gehen Zimmermanns Objekte auf Distanz mit dem, was man heute „The Art of the Real“ oder „Realkunst“ zu nennen pflegt.

Der Einsatz von Gegenständen und Objektfragmenten, die ein Werk konstituieren, wird bei Zimmermann stets in der Weise gehandhabt, daß die ursprüngliche Funktion und Bedeutung des Gegenstandes und dessen Material eben noch ablesbar bleiben. Die Identität jedes Gegenstandes geht diesermaßen in der neuen, quasi synthetischen Aussage des…


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