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Titel: Spanien im Aufbruch · S. 237 - 240
Titel: Spanien im Aufbruch , 1988

Das Forum

von Uta Maria Reindl

Ein Forum für die Kunstmärkte des gesamten amerikanischen Kontinents und aller europäischen Länder zu werden, mit diesem Vorhaben eröffnete die Messegesellschaft IFEMA 1982 die erste Messe für zeitgenössische Kunst in Madrid. ARCO wurde sie genannt – ein einprägsames Kompositum aus den Anfangsbuchstaben von „Arte“ und „Contemporáneo“. Insgesamt 62 Galerien, darunter 30 ausländische, nahmen damals an der Messe teil. Die von der Galeristin Juana de Aizpuru eher als Kulturereignis gedachte Messe begleitete ein Symposium, welches sich einigen in der damaligen spanischen Kunstwelt zentralen Fragen stellte. „Schlüssel für eine Künstlergeneration“ oder „Der Bruch der Nachkriegszeit“ beschäftigten etwa die ARCO-Gespräche 1982, zu denen Kritiker und Museumsleute von internationalem Ansehen geladen wurden: Giulio Carlo Argan, Achille Bonito Oliva, Rudi Fuchs, Alexandre Cirici Pellicer, Marcelin Pleynet, Antonio Bonet Correa, Lucio Amelio, Laszlo Glozer und Barbara Rose waren Teilnehmer der Veranstaltung am Rande der ersten Madrider Kunstmesse, die ein weiteres wesentliches Zeichen für die kulturelle Neu-Öffnung Spaniens setzen sollte.

Denn die Weichen für eine Öffnung zur internationalen Kunst sowie für ein stärkeres Interesse auch an der nationalen Gegenwartskunst waren bereits vorher gestellt. 1981 initiierte Miguel Logrono, damals noch Kunstkritiker der Tageszeitung „Diario 16“, erstmalig eine größere Gruppenausstellung mit spanischen Nachwuchskünstlern, die sich „Salon de los 16“ nannte und in dieser Konzeption eine Pionierleistung sein dürfte. Aus den nachfolgenden „Salónes“ gingen einige der heute international anerkannten Künstler wie die Teilnehmer der documenta 8 Ferrán Garcia Sevilla oder Susana Solano hervor. Die Ausstellung „Otras Figuraciones“ war die nächste wichtige Veranstaltung im Vorjahr der ARCO-Gründung. Die…

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