Titel: Der urbane Blick , 2012

Paolo Bianchi

Der urbane Blick auf das „Lebenskunstwerk Stadt“

Der urbane Blick sieht die Stadt als Metapher, Medium und Matrix für Bilder, Formen, Gesten und einen Kreativitätsstrom. Seine integrale Perspektive fokussiert auf Aspekte des Lebens, der Lebenskunst und auf die Kunst an sich. Dies geschieht mit größtmöglicher Unvoreingenommenheit, um auf die Dinge mit erhellendem Auge zu blicken, statt sie in einem Raster zu belassen. Auf diese Weise kann eine subjektive und objektive, eine individuelle und kollektive Wahrnehmung der Stadt in einen rhythmisierten Dialog geraten.

Stadtform als soziales Projekt

Natur, Mensch, Kultur und Stadt sind Teil eines komplex vernetzten Systems ineinander greifender Wirkungen. Die Stadt mit ihren sich überlagernden und überlappenden Diskurswelten generiert ein permanent anwachsendes Gebilde von Relationen, das polyzentral wächst und sich dynamisch verändert.

Der urbane Blick auf Kunst und Kultur verhält sich performativ, partizipativ und pragmatisch, kontextuell, dialogisch und affektiv. Er führt zu einer sich sukzessive verändernden Wahrnehmung von Stadt, sensibilisiert die Sinne, erhöht die Aufmerksamkeit für den urbanen Raum und die Präsenz in ihm. Es ist die Kunst, die im System der Globalisierung jenes Potenzial bereithält, das die Chancen und Risiken von Global Cities in all ihren Erscheinungsformen reflektiert. Urbane Welten fungieren für zeitgenössische Kunst wie inhaltsreiche Nährbecken.

Dem urbanen Blick bedeutet Urbanität der Qualitätsgehalt der städtischen Umwelt und die Attraktivität urbaner Lebensweisen. Das geglückte Wechselspiel begünstigt die Ausbildung jenes Idealtypus von Urbanität, das die Stadtform als soziales Projekt respektive als Lebenskunstwerk manifest werden lässt.1

Der urbane Blick steht für die Auflösung starrer Systeme, institutionalisierter Strukturen und bürokratischer Masterpläne. In seinem Fokus können sich…

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von Paolo Bianchi

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