Gespräche mit Künstlern , 2012

Anton Kehrer

Malerische Grenzgänge foto/grafischer Natur

Ein Gespräch von Franz Thalmair

Anton Kehrer arbeitet an den Grenzlinien von Fotografie, Grafik und nicht zuletzt Malerei. Farbe und Licht, die grundlegenden Parameter visueller Wahrnehmung, dienen ihm dazu, die Schnittstellen zwischen den unterschiedlichen künstlerischen Ausdrucksformen auszuloten und diese zugunsten eines intermedialen Ansatzes aufzulösen. Seine seriellen Arbeiten mit Grafit sowie seine großformatigen Fotografien, deren Ursprung sowohl in der gegenständlichen Welt des profanen Alltags als auch in der selbstreflexiven Welt der Kunst liegt, tragen zum Diskurs über die Abbildfunktion fotografischer Bilder als auch zu einem erweiterten Malereidiskurs bei.

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Franz Thalmair: Warum bedienst du dich der Methoden modernistischer Kunst wie etwa der Monochromie, um mediale Grenzen aufzulösen – ist das kein Widerspruch?

ANTON KEHRER: Da ich nicht in voneinander unabhängigen Zyklen arbeite, ist es wichtig, sowohl bei meinen grafischen Arbeiten als auch bei den Fotografien, einen chronologischen Blick anzulegen. Die Klammer um meine Arbeit liegt in den Grenzen der jeweiligen Medien, die ich zu überschreiten versuche. Die modernistische Malerei und insbesondere auch die US-amerikanische Minimal Art sind dabei zwei Referenzsysteme, die durchaus eine große Rolle spielen. Meine Arbeiten haben zwar einen stark medienreflexiven Ansatz, jedoch nicht im Sinne Clement Greenbergs, um die Grenzen zwischen den einzelnen medialen Formen festzuschreiben oder sie gar zu definieren. Im Gegenteil, ich forciere Übergangssituationen.

Wie forcierst du diese Übergangssituationen?

In den frühen 1990er Jahren habe ich mit Grafitzeichnungen auf Papier begonnen. Anfangs ging es mir um den Prozess der Formfindung, um den Weg, den ein Stift zurücklegt, um zu einer vermeintlich endgültigen Form zu gelangen – was ja…

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