Gespräche mit Künstlern · von Helga Meister · S. 395
Gespräche mit Künstlern , 2004

DIE BILDHAUEREI WAR NACH DEM KRIEG DER LANGE WEG IN DIE ERWEITERUNG DER KUNST

HELGA MEISTER IM GESPRÄCH MIT KLAUS RINKE

Klaus Rinke, Jahrgang 1939, hat 30 Jahre lang an der Kunstakademie Düsseldorf eine Bildhauer-Klasse geführt. Aus der Schar von fast 200 Studenten und Gasthörern sind wichtige Künstler, Professoren und Museumsleute hervorgegangen, wie Klaus Jung, Ulrich Loock, Wolfgang Luy, Reinhard Mucha, Harald Klingelhöller, Eva Maria Schön, Isolde Wawrin, Klaus Simon, Jürgen Drescher, Asta Gröting, Gereon Lepper, Barthélemy Toguo Tamokoué oder der Musiker Marcus Kaiser. Seit den frühen 80er-Jahren hat er seinen zweiten Wohnsitz in Los Angeles. Nach seiner Emeritierung übernimmt er an der Beaux Arts in Paris eine Professur. Er denkt in globalen Zusammenhängen. Um so kritischer ist er, wenn es um die Düsseldorfer Situation geht. Das Gespräch führte Helga Meister.

Helga Meister: Du kamst 1974 an die Kunstakademie Düsseldorf. Es war die Zeit nach Beuys. Wie kam es zur Berufung?

Klaus Rinke: Direktor Norbert Kricke rief mich im Frühjahr 1974 an, schellte eine viertel Stunde später an meiner Ateliertür am Fürstenwall, lief wie ein Obermacker durch den Raum und fragte dann, ob ich Lust hätte, in der Akademie eine Klasse zu machen. Ich wollte aber Beuys nicht ersetzen. Er sagte: „Nee, du suchst dir außerhalb der Akademie ein Studio in der Stadt. Wir mieten das an, und dann zeigst du einmal den Idioten, was Lehre ist.“ Im Senat waren einige gegen mich. Ich fing dann im Herbst 74 in der Karl-Anton-Straße an.

Du bliebst jahrelang mit deiner Klasse draußen vor der Tür. In der…

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