Ausstellungen: Schwerin / Kiel · von Rainer Unruh · S. 283
Ausstellungen: Schwerin / Kiel , 2003

RAINER UNRUH

Die Realität der Bilder

„Zeitgenössische Kunst aus den Niederlanden“

Staatliches Museum, Schwerin, 28.2. – 11.5., Stadtgalerie, Kiel, 14.6. – 10.8.

Das Interesse an niederländischer Kunst hat in Schwerin eine lange Tradition, die bis auf die Sammlung von Herzog Christian Ludwig II. (1683-1756) zurückgeht. Im ersten Stock des Staatlichen Museums findet sich mit 423 Werken eine der umfassendsten Kollektionen holländischer Malerei des 17. Jahrhunderts in Deutschland. An diesen Traditionsstrang und die sich daraus ergebenden engen Kontakte zu Museen und zur Kunstszene im Nachbarland knüpft die Ausstellung zur zeitgenössischen Kunst der Niederlande an.

Gerhard Graulich, Leiter der Gemäldeabteilung im Schweriner Museum, hat sieben Künstler ausgewählt, die mit unterschiedlichen Medien arbeiten und deren Werke auf den ersten Blick wenig Gemeinsamkeiten aufweisen. Was sie verbinde, sei, so Graulich, die Fokussierung auf das Bild, auf seine Bedingungen und seine Realität. Bei Toon Verhoef (Jahrgang 1946), dessen Arbeiten die Ausstellung eröffnen, schlägt sich diese Orientierung in einer raffinierten Malkultur nieder. In einem seiner großformatigen Bilder erheben sich in feinsten Farbschattierungen und Nuancen gemalte „Säulen“ vor einem flimmernden Hintergrund aus roten Linien, der in seiner Dekorativität an Henri Matisse erinnert. Ausgangspunkt für dieses Gemälde war eine Zeichnung von drei Bauern, die auf einem Hof herumstanden. Davon erkennt man im späteren Gemälde allenfalls noch die Bäume. Das Bild lässt sich auch als eine virtuos ausbalancierte abstrakte Komposition lesen, die mit der Spannung zwischen Vertikalen und Horizontalen arbeitet.

Hendri van der Putten (Jahrgang 1940) bringt die Farben zum Leuchten. Sie zeigt die ganze Palette vom strahlenden Gelb bis zum matten Schwarz. In einer…

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