Ausstellungen: Hamburg · von Rainer Unruh · S. 288
Ausstellungen: Hamburg , 2003

RAINER UNRUH

Katono Satoshi

„Shirotae – Reines Weiß“

CAI – Contemporary Art International, Hamburg, 6.3. – 30.4.2003

Auch Buddhisten kennen die Hölle. Kein angenehmer Ort, aber die geschundenen Seelen dürfen hoffen. Ihre Verdammnis währt nicht ewig. Buddha kann sie retten, wenn die Gebete der Gläubigen zahlreich und ihr Geist lauter ist. Die Figur eines solchen rettenden Buddhas erhebt sich oberhalb des Betrachters an einer Wand der Galerie CAI in Hamburg. Geschaffen und bemalt hat sie der Japaner Katono Satoshi. Die Figur könnte auch in einem Tempel stehen, denn Satoshi versteht sein Handwerk: Der 51-Jährige hat traditionelle Holzschnitzerei in Kyoto gelernt. Aber auch der Westen ist ihm nicht fremd. Minimalismus und Strategien des Seriellen sind Satoshi ebenso vertraut wie Konzepte einer interaktiven Kunst.

Endlose Reihen von Buddhas erstrecken sich an der Wand hinter der Plastik. Satoshi hat sie mit eigens angefertigten Stempeln auf Papier gedrückt. Vor der Wand stehen auf einem Tisch Schalen mit kleinen Papierfahnen. Auf diese kann man seine Wünsche schreiben und sie an die Wand heften. Den Rest erledigt Buddha. Jemand hat Schokoladenriegel auf den Tisch gelegt. „Aus Dankbarkeit, weil alles eingetreten ist, was er sich erhofft hat“, sagt augenzwinkernd Mikiko Sato, die das CAI Hamburg im September 2002 eröffnet hat. Die relativ kleine, knapp 60 Quadratmeter große Galerie ist die Zweigstelle des japanischen CAI, das es seit 1999 in Sapporo gibt.

CAI Hamburg setzt den Schwerpunkt auf zeitgenössische Kunst aus dem Norden Japans. Eine ungewöhnliche Ausrichtung, weil in Japan Tokio die Stadt mit den meisten Galerien und der größten Kunstszene ist. Doch für…

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