Gespräche mit Künstlern · von Thomas Wulffen · S. 242
Gespräche mit Künstlern , 2003

FRITZ RAHMANN

KUNST IM ÖFFENTLICHEN RAUM IST IMMER REKLAME

EIN GESPRÄCH MIT THOMAS WULFFEN

Fritz Rahmann hat ein Werk vorzuweisen, das auf den ersten Blick kaum einen gemeinsamen Nenner kennt. Dieses Oeuvre umfasst Arbeiten für den öffentlichen Raum ebenso wie einen umfänglichen Siebdruckzyklus oder Handzeichnungen aus der Berliner U-Bahn. Dennoch schälen sich Kristallisationspunkte heraus, die im Katalog zur retrospektiven Ausstellung im Berliner Haus am Lützowplatz nachzuverfolgen sind. Sogenannte Ordnungssysteme wie in den ,Etüden‘ werden zu Wertschöpfungsketten, in denen vorhandenes Material zur ästhetischen Form transformiert wird. Das führt zu Betrachtung der Bedingungen des öffentlichen Raums, die ,Differenz zum Realraum‘, auch in Kooperation mit anderen Künstlern wie geschehen im Büro Berlin, begründet von Fritz Rahmann sowie Hermann Pitz und Raimund Kummer. Das Gespräch mit Fritz Rahmann beginnt mit der Betrachtung seines Beitrags zur Ausstellung ,Weitergehen‘ der Kulturbehörde Hamburg und dessen Bereich ,Kunst im öffentlichen Raum‘ und endet mit einem Blick auf das zentrale Werk der jüngsten Zeit ,Tobias und der Engel‘ und seinem Umfeld, das auf ganz spezifische Weise Wahrnehmungs-, Produktions- und Rezeptionsbedingungen thematisiert.

Thomas Wulffen: Im Rahmen von ,Weitergehen‘, ein Projekt der ,Kunst im öffentlichen Raum‘ der Kulturbehörde Hamburg in Zusammenarbeit mit dem Kunstverein Hamburg haben Sie 1997 einen Projektvorschlag für Kunst im öffentlichen Raum eingereicht, der nach nunmehr sechs Jahren endlich einer Realisierung nahe zu kommen scheint. Was wird nun realisiert?

Fritz Rahmann: Ganz am Anfang gab es eine Idee, von der ich selbst nicht geglaubt habe, dass sie verwirklicht werden kann. Es handelte sich um ein Pferd, das vor dem Rathaus der Stadt Hamburg…

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