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Ausstellungen: Frankfurt am Main · von Isa Bickmann · S. 243 - 245
Ausstellungen: Frankfurt am Main ,

Frankfurt am Main
Elizabeth Catlett

Tower MMK 18.11.2023–16.06.2024
von Isa Bickmann

Mit geschlossener Faust, dem Black-Power- und Women-Power-Zeichen, streckt die Figur aus glatt poliertem Mahagoniholz ihren überlangen rechten Arm empor. Da er nicht erlahmen darf, wird er durch den linken gestützt. Die abstrahierten Falten des Gewands und der nach oben gerichtete Blick unterstreichen die spiralförmige Aufwärtsbewegung der Skulptur. Kämpfen, nicht nachlassen, verkündet die Hommage an die Schwarzen Dichterinnen. Geschaffen hat sie Elizabeth Catlett (1915–2012), deren viele Jahrzehnte umspannendes Œuvre hierzulande noch wenig bekannt ist. In der vom Museum für Moderne Kunst bespielten Bankenturmetage lässt sich nun erstmals in Deutschland Catletts künstlerischpolitische Begleitung Schwarzer weiblicher Identität anhand von 180 Werken in Druckgrafik, Zeichnung und Skulptur umfassend entdecken.

Die Künstlerin wächst in einem weiblichen Haushalt mit vergleichsweise hohem Bildungsstatus auf. Der Vater, ein Mathematikprofessor, stirbt vor ihrer Geburt, die Mutter ist Lehrerin. Catlett studiert an der Howard University in ihrer Heimatstadt Washington – ein Platz an dem Carnegie Institute of Technology in Pittsburgh war ihr aufgrund ihrer Hautfarbe verwehrt worden – und später an der University of Iowa. Aus der lebenslangen Freundschaft zu der Schriftstellerin Margaret Walker, Kontakten zur Bewegung der Chicago Renaissance, Lehrern wie Grant Wood oder Ossip Zadkine, in dessen Atelier sie nach seiner Emigration aus dem besetzten Frankreich arbeitet, formt sich ein abstrahierendfiguratives Werk, das die Geschichte der „eigenen Leute“, Rassismus, Mutterschaft und soziale Ungleichheit thematisiert. Die Tätigkeit im Bildungsbereich in Harlem bestärkt Catletts politische Haltung. Sie geht 1946 nach Mexico-City, trennt sich vom ersten Ehemann und heiratet den Künstler Francisco Mora….

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