Titel: Atlas der Künstlerreisen · von Paolo Bianchi · S. 144
Titel: Atlas der Künstlerreisen , 1997

Christian Hasucha

Expedition LT 28E

CHRISTIAN HASUCHA (*1955 in Berlin-West, wo er auch lebt): Der Berliner Interventionist Christian Hasucha, der, wie ein Kunstkritiker schreibt, „irgendwie auch Soziologe, Verhaltensforscher, Medienexperte und Publizist ist, aber dabei immer Künstler bleibt, weil er mit künstlerischer Herangehensweise subjektiv, irrational, spontan und mit Zufällen arbeitet und sich nicht auf die scheinbar objektiven Methoden der Wissenschaft einengen läßt“, reiste von Mai 1991 bis Juni 1992 von Ort zu Ort.

In einem umgebauten Lieferwagen fuhr er im Rahmen seiner 1981 gestarteten Projektreihe „Öffentliche Interventionen“ (Ereignisse – Implantate – Attributives) durch die Normandie, durch England, Irland und Schottland, er setzte über nach Norwegen, wo es dann weiter ging nach Schweden, Finnland und Rußland, so durch die Ukraine, Bulgarien, Griechenland und Zypern. Hasucha überwinterte im Süden der Türkei und kehrte über Bulgarien, Rumänien, Slowakien, Tschechien und Polen nach Deutschland zurück. Wenn die Aufzählung der Länder eher auf ein Durcheilen verweist, so war für Hasucha die Reise in Wirklichkeit, wie er sagt, ein „Durch-die-Gegend-Gondeln mit jeweiliger Rast an Orten mit ‚inspirierenden‘ Situationen, die als Fond und Folie dienten, um Interventionen durchzuführen“.

Hasucha agierte unabhängig von Rezeptions- oder Präsentationsbedingungen, ohne Seitenblicke auf Publikum und Markt. „An einigen Arbeitsstätten schien es mir geradezu unwahrscheinlich“, notiert der Künstler, „daß vor Zerfall der Arbeit jemand vorbeikommen würde. Dennoch war es faszinierend sich vorzustellen, jemand träfe zufällig auf solch eine abgelegene Intervention.“ (Bia.)

KOMMENTARE ZU DEN BILDERN IM TEXT

„Ich hatte für meine Arbeitsreise meinen Lieferwagen zu einem Werkstattwagen umgebaut und mit diversen Werkzeugen und Maschinen bestückt. Zusätzlich ausgerüstet…

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