Magazin: Museen & Institutionen · von Andreas Denk · S.
Magazin: Museen & Institutionen , 1991

Andreas Denk

Forschen und Gedenken

In Bonn wurde das August-Macke-Haus eröffnet

Der 1887 in Meschede geborene August Macke kam 1900 nach Bonn. Im Februar 1911 bezog er mit Frau Elisabeth und Sohn Walter das von der Schwiegermutter geschenkte Haus am damaligen Rande der Bonner Nordstadt, wo er bis zu seinem Kriegstod 1914 im Dachgeschoß sein Atelier hatte.

Hier empfing Macke Gäste wie den Malerfreund Franz Marc, hier hatte er neben seinen Bayern-Aufenthalten im Umkreis des „Blauen Reiters“ seine schöpferischsten Phasen. Über dreihundert Bilder hat Macke in seinem Atelier gemalt, und nicht wenige bilden das Lebensumfeld des Malers unmittelbar ab: Motive wie der Fensterblick auf die benachbarte Marienkirche und Ansichten des kleinen Hausgartens erscheinen mehrfach im Ouvre Mackes. Bis 1975 wohnte Elisabeth Erdmann-Macke mit Unterbrechungen im Haus, danach stand der Bau leer. Weder Stadt noch Bürger wußten über lange Zeit mit dem architektonisch eher uninteressanten, kunsthistorisch jedoch belangreichen Bau, ja überhaupt mit dem Erbe des bedeutenden Expressionisten etwas anzufangen. So wanderten 1976 die für die Erforschung von Mackes künstlerischer Entwicklung ungemein wichtigen Skizzenbücher für einen vergleichsweise geringen Betrag von 1,2 Millionen DM ins Landesmuseum nach Münster. Einen Gipfelpunkt erreichte die städtische Ignoranz, als man 1980 die Translozierung des großformatigen Wandbildes „Paradies“, das Macke zusammen mit Franz Marc in seinem Atelier gemalt hatte, nach Münster zuließ. Zwar brachten 1972 zwei Studenten in Eigeninitiative eine Gedenktafel am Hause an, eine Besinnung auf die kunsthistorische Bedeutsamkeit des Baus ergab sich jedoch mehr zufällig erst 1988. Nachdem die Vorsitzende des Bonner Kunstvereins, Margarethe Jochimsen, auf den desolaten Zustand des…

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