Ausstellungen: Zürich , 2011

Max Glauner

FotoSkulptur

»Die Fotografie der Skulptur 1839 bis heute«

Kunstmuseum Zürich, 25.2. – 15.5.2011

Die Ausstellung des Museum of Modern Art „The Original Copy: Photography of Sculpture, 1839 to Today“, die nun im Zürcher Kunsthaus Station macht, erscheint auf den ersten Blick plausibel. Ihre These: Seit den Anfängen des Mediums geht die Fotografie eine tiefere, bisher kaum beachtete, Liaison mit der Skulptur ein. Gleich der erste Saal wollte dies im Überblick belegen: Um Barbara Krugers plakatives „Your gaze hits the side of my face“, 1981, versammeln sich Arbeiten wie Daguerres „Nature morte“, 1837, oder „Die Büste des Patroklos“ in einer Aufnahme von William Fox Talbot aus dem Jahr 1846 neben Alfred Stieglitz Galerieaufnahmen oder einem der eindrücklichen Museumsbilder von Louise Lawler.

Das unbewegte, künstlerisch gestaltete Artefakt liefert für die Apparatur mit langen Belichtungszeiten ein bevorzugtes Sujet, bis Künstler wie Rodin und Brancusi die Fotografie als drittes Auge für sich entdecken, das ihren Objekten ungesehene Aspekte zu entreißen weiß. Nach einem Kapitel zu Eugène Atget bekommt die Ausstellung mit Fotografien Eugène Druets oder Edward Steichens zu Rodins Skulpturen an Fahrt und erreicht mit den Atelieraufnahmen Constantin Brancusis einen ersten Höhepunkt. Die polierten Bronzen des Künstlerfotografen scheinen sich in Glanzlichtern aufzulösen und zu transzendieren.

Marcel Duchamps markiert für die Ausstellungsmacher einen weiteren Turn-of-the-Screw. Zum Einen wird die Fotografie bei Duchamp einziges Dokument einer flüchtigen, skulpturalen Geste wie in seiner „Staubzucht“ aus dem Jahr 1920, in der ornamentale Staubgebilde auf dem Atelierboden verewigt werden. Zum Anderen integriert Duchamps die Fotografie wie im „Großen Glas“ nicht nur als Teil…

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