Titel: I love New York , 1998

GARY LANG:

»Gemälde als Abfallprodukt einer Trance«

Was hälst du von New York?

Ich betrachte New York gar nicht als Stadt, sondern als Zustand des Menschseins. Insofern ist es faszinierend, dort zu sein. Gleichzeitig hasse und liebe ich diese Stadt, in der man restlos auf sich allein gestellt ist. In jedem Augenblick findet man sich irgendwo in einem Spiegel wieder, so daß ein ständiger Identitätskampf stattfindet.

Wie gehst du als Maler vor?

Ich male einfach. Weder schaue ich darüber hinaus, noch suche ich ein anderes Trägermedium. Für das, was ich aussagen will, ist Malerei ein perfektes Medium. Da mit Kreisen arbeitend, obgleich anders als andere, gibt es gewisse Verwechslungen mit anderen Künstlern. Auf nichts von außerhalb bezogen, haben meine Gemälde ihre eigene Geschichte und Architektur. Alles in allem ist ein Gemälde für mich ein Moment der heit, ja ein epischer Augenblick, dem ich mich ganz hingebe. Gelegentlich dauert es acht Monate oder gar zwei Jahre bis zur Fertigstellung eines Gemäldes.

Mehr zu deiner Vorstellung von Malerei?

Was ich mache, geht weit über Politisches oder Aktuelles hinaus. Ja, im Grunde ist jedes Gemälde das Abfallprodukt eines Trance-Erlebnisses, und vielleicht ist das auch der Inhalt meines mit einem Zufallsmoment einsetzenden Arbeitsprozesses. Im Umgang mit dem Pinsel wird mir plötzlich bewußt, wie ich ihn bewege. Das ist viel spannender als das, was ich male, weshalb ich mich noch nach drei Jahren mit ein- und demselben Pinselstrich befassen kann.

Wie siehst du die Beziehung zwischen Werk und Betrachter?

Es ist meine Intention, den Betrachter in einem verlängerten heitsmoment zu aktivieren. Diese Wahrheit ist…

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von Heinz-Norbert Jocks

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