Griechenland
Loukia Alavanou
OEDIPUS IN SEARCH OF COLONUS
Kommissarin: Prof. Marina Lambraki Plaka, National Gallery Kurator: Heinz Peter Schwerfel Ort: Giardini
Schon während der Voreröffnung bildeten sich vor dem Griechischen Pavillon lange Schlangen. Denn es hatte sich schnell herumgesprochen, dass hier ein außergewöhnlicher Beitrag zu sehen ist, der das Warten wert ist. Es können nur 15 Besucher im Pavillon sein, für die 15 Sessel, eine VR-Brille (Virtual Reality) und Kopfhörer bereitstehen. Wir bekommen die Anweisung, eine Hand immer an der Stange zu halten, um uns vorsichtig um 360 Grad im virtuellen Raum drehen zu können.
Und schon geht die Reise los, wir landen in einem Käfig zwischen Geiern, die bedrohlich um uns herumhüpfen, bis wir dem blinden Ödipus begegnen, der zum Sterben nach Kolonos, vor die Tore Athens geht. Die Filmemacherin Loukia Alavanou verlegt Sophokles griechisches Drama in unsere heutige Zeit, das heutige Kolonos erweist sich als armselige Roma-Barrackensiedlung, in der Papp- und Wellblechhütten inmitten von Müllbergen stehen.
Die kleine Roma-Gemeinschaft zog in den 1980er Jahren von Theben hierher – ähnlich wie Ödipus. Zur Erinnerung: Als Sohn des Königs von Theben tötet er erst seinen Vater, heiratet dann – unwissend – seine Mutter, sticht sich zur Strafe selbst die Augen aus und geht geführt von seiner Tochter und Schwester Antigone ins Exil nach Kolonos, wo er sterben möchte – was ihm verwehrt wird. Wie übrigens auch den Roma, die heute dort leben. Alavanou besuchte die historischen Orte und lernte die Roma-Gemeinschaft kennen, mit der sie die Tragödie neu auflegt.
Wir werden durch die…
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