Titel: Im Netz der Systeme · S. 180
Titel: Im Netz der Systeme , 1989

George K. Shortess

Inhalt und Verfahren: Einige Überlegungen

Meine Computerkunst entspringt meinem Bedürfnis, Werke zu schaffen, die die Eigenschaften unseres perzeptorischen und kognitiven Nervensystems reflektieren; allerdings ist die Kunst das Verfahren, und Kunst ist die Perzeption. Wenn sich auch ein Großteil meiner Arbeit mit den formalen Eigenschaften unseres Nervensystems befaßt, so beschäftigt sie sich doch auch mit den sozialen, politischen und kulturellen Inhalten dieser Erfahrung, d. h., Kunst ist auch der Inhalt des Verfahrens.

Computergrafik: Um zum Inhalt/Verfahren meiner Kunst zu gelangen, habe ich meine Werke auf zwei verschiedene Weisen gemacht. Das ist erstens das eher traditionelle Verfahren, bei dem der Computer als Werkzeug zur Schaffung grafischer Bilder verwendet wird. Zwei Beispiele dafür sind „Talking to Myself“ und „Visual Screens“. Die Bilder wurden zuerst mit einem Tamron-Fotofix-Videofilmprozessor, der an einen Microcomputer mit einer Targa-16-Leiterplatte angeschlossen war, festgehalten. Sie wurden dann unter Verwendung von TIPS Software modifiziert. Wenn sie auch die verwendete Computerhardware und Software erkennen lassen (z. B. die Auflösung der eingeblendeten Buchstaben und die Farbbereiche werden durch das System bestimmt), sind sie doch traditionell, was die formalen Beziehungen von Balance, Design, Farbe, Komplexität etc. betrifft, die ganz allgemein zutreffen wie bei einem barocken Bild.

Auf den Inhalt bezogen, können diese Bilder je nach ihrer Fähigkeit, eine Aussage über persönliche Beziehungen und ihre Interaktionen mit von Menschen geschaffenen Räumen zu machen, beurteilt werden. Diese Werke handeln von uns und unserer Entfremdung, vom Ausdehnen und Zurückziehen, von Netzen und perzeptorischer Organisation. Ähnlich wie Aquarellisten und Geigern durch ihre Medien Grenzen gesetzt sind, sie diese aber…

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