Titel: Im Netz der Systeme , 1989

Peter Weibel

Momente der Interaktivität

AN DER ARS ELECTRONICA IN LINZ

MATERIALIEN ZUR GEBURT EINER NEUEN KUNSTRICHTUNG: INTERAKTIVE KUNST

Da einer der Kerne der elektronischen Kunst und der avancierten Technologie insgesamt das Moment der Interaktivität ist, nimmt es nicht wunder, daß die Ars Electronica, die sich ja als Festival für Kunst, Technologie und Gesellschaft ganz besonders den vielfältigen Formen der elektronischen Kunst widmet, seit Jahren Beispiele der interaktiven Kunst und andere künstlerische Praktiken der Partizipation, von Spiegeln über mechanische Objekte bis zu höchst komplexen elektronischen Installationen, gezeigt hat.

Man könnte sagen, daß die Ars Electronica insbesondere seit 1984, nachdem ein Wechsel in der Programm-Organisation (zu G. Hattingen, später Regina Patsch, dann P. Weibel) und im Vorstand der Linzer Veranstaltungsgesellschaft (Karl Gerbel als neuer Direktor) stattgefunden hat, sich weniger auf die spektakulären Aspekte der elektronischen Unterhaltung als auf die eigentlichen utopischen sozialen Möglichkeiten konzentriert hat, welche die Technik bietet, zum Beispiel die Partizipation an und die Interaktion mit dem Kunstwerk als Modell für emanzipatorische Kommunikationsformen. Interaktive Kunst hat also in den letzten Jahren der Ars Electronica bereits eine große Rolle gespielt. Einige Beispiele und einige Künstler sollen daher vorgestellt werden. Dabei wurden verschiedene interaktive Kunstformen gezeigt. Interaktive Szenen auf offener Bühne, wo Töne und Bilder technisch implementiert miteinander strukturell interagierten oder Töne und Tänzer oder Musik-Performer und gespeicherte Klang- bzw. Bildwelt oder gespeicherte Bilder durch elektronische Projektion und live Bilder durch die elektronische Kamera aufeinander reagierten. Diese neue Form der szenischen Interaktion zwischen diversen Elementen und Kategorien auf elektronischer Basis hat seit 1984, beginnend mit Peter…

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