Titel: Im Netz der Systeme · S. 195
Titel: Im Netz der Systeme , 1989

Ruth Schnell

Tür für Huxley

Eine interaktive Computer-Video-Installation

Elemente: Tür (geschlossen), Portal/Vorbau, Laufsteg, Video-Großbildprojektion mit Computeranimation, Livekamera und Videoband; Realton, Sensoren.

Inszenierung einer Simultanpräsentation, Inszenierung der Relativität von Gegenwärtigem und Vergangenem, Realem und Projiziertem.

Hinter der computeranimierten Tür findet die „Direktübertragung“ dessen statt, was draußen, dort, von wo der Betrachter kommt, passiert. Gleichzeitig zeigt das Fenster in derselben Großbildprojektion eine bereits vergangene Situation: zeitgeraffte, montierte Videoaufnahmen (Nacht, gleicher Kamerawinkel). Scheinbar ist der Betrachter Meister der Zentralperspektive: Er löst über Sensoren das Öffnen der Projektionstür aus. Der Laufsteg kippt ihn direkt in das projizierte Ereignis. Wie können beim gleichen Blick hinaus gleichzeitig Tag und Nacht wahrgenommen werden, wie können ein kontinuierlicher Bewegungsablauf in der Realebene und die Verschiebung der Bewegung in eine andere Zeitebene aus der gleichen Aussicht, aus dem gleichen Raum, stattfinden.

Die Scheinarchitektur, seit Renaissance, Barock, Manierismus ein traditionelles Element der Kunst, wird medienspezifisch avanciert. Die Medien steigern als Verdoppelungsmaschinen den Realismus, das trompe-l’oeil durch das bewegte Bild und die Miteinbeziehung des Betrachters.

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