Ausstellungen: Bremen · von Renate Puvogel · S. 373
Ausstellungen: Bremen , 2002

RENATE PUVOGEL

Klänge des Inneren Auges

Mark Tobey . Morris Graves . John Cage
Kunsthalle Bremen, 10.2. – 14.4.2002

Das umfangreiche Spektakel, das Bremens Kulturinstitute ungeachtet der katastrophalen Finanzsituation der Hansestadt im Rahmen der Ausstellung „Klänge des Inneren Auges“ gemeinsam und in Eigenverantwortung auf die Beine gestellt haben, ist mehr als bemerkenswert. Initiator und Spiritus rector der medienübergreifenden Ereignisse war Wulf Herzogenrath, der anlässlich des 10. Todestages von John Cage eine Werkschau über die denkwürdige Begegnung und fruchtbringende Freundschaft der drei Künstler Mark Tobey, Morris Graves und John Cage zusammengetragen hat. Letztlich ist es dem Multitalent Cage zu verdanken, dass sich auch Radio Bremen, das Deutsche Tanzfilminstitut, das Theater am Goetheplatz, die ‚Glocke‘ und die Hochschule für Künste mit Unterstützung großzügiger Sponsoren für ein spartenübergreifendes Programms begeistern konnten; dies bescherte Teilnehmern wie Publikum in Form von Vorträgen, Workshops und Symposien, mit Konzerten, Tanzaufführungen, Tanzvideos und einem Fest der Sinne „für John Cage“ nahezu fluxushafte, weil weitgehend unvorhersehbare geist- und sinnumgreifende Erlebnisse. Keiner mochte und konnte – allein schon durch Parallelveranstaltungen – alles erleben, jeder suchte sich seinen persönlichen Weg durch die unwiederholbaren Ereignisse.

Als Angelpunkt lotet die Ausstellung in der Kunsthalle die vergleichbaren konzeptuellen Ansätze und ästhetischen wie geistigen Verwandtschaften der drei Künstler aus. Gemeinsam ist ihnen zunächst ihre intellektuelle Beweglichkeit und ihre Bereitschaft, immer wieder in unbekanntes Neuland vorzustoßen. Keiner von ihnen folgt orthodoxen Kunsttheorien, sondern jeder öffnet sich interdisziplinären Experimenten und bereichernden Hemisphären. Sie schöpften Energie aus einer teils mystischen, teils forschenden Naturverbundenheit, sie bereiteten mit ihren interdisziplinären Vorgehensweisen einem synästhetischen Erleben…

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