Ausstellungen: Köln · von Martin Seidel · S. 394
Ausstellungen: Köln , 2000

Martin Seidel

light-heeled, light-handed

Edward Ruscha, Julius Shulman, James Welling

Kölnischer Kunstverein, 5.2. – 2.4.2000

„light-heeled, light-handed“ – so der einigermaßen unübersetzbare Titel der von Lynne Cooke vom Dia Center for the Arts, New York kuratierten Ausstellung im Kölnischen Kunstverein. Bleiben wir bezüglich „heeled“ ratlos, so entnehmen wir doch Pressematerial und Flyer, dass der alliterierende Titel „auf die vermeintliche enge Beziehung von Licht und Leichtigkeit“ anspielt und dass es am Beispiel der Künstler Julius Shulman, Edward Ruscha und James Welling um die „Schnittstelle von Licht, Moderne und Urbanität“, um Kalifornien und des weiteren irgendwie auch um Architektur geht.

Die Schau vermittelt dagegen zunächst einmal Eindrücke, die nicht schnell über einen Kamm zu scheren, die eher disparat und heterogen sind. In den drei nach Künstlern geordneten Räumen sehen wir viele Themen, Absichten, Gattungen und Medien: Fotos, Lithographien und Acrylgemälde; große und kleine Formate; Abbildungen, Abstraktionen, Fiktionen; Landschaften, Architekturen; Leuchten; Bäume oder Himmel. Entgegen der Erwartung, denn mit Kalifornien assoziieren wir ja Licht und Farbe, bildet in der Ausstellung Schwarzweiß eine gewisse optisch-visuelle Klammer, zu der als zweite das Architektur-Motiv hinzukommt.

Der Architekturfotograf Julius Shulman (Jahrgang 1910) eröffnet die Schau mit zweiundvierzig in den Jahren 1937 bis 1968 entstandenen Fotos, die in überwiegend schwarzweißer Sachlichkeit die kalifornischen Architekturen des internationalen Stils von Richard Neutra, Schindler, Eames und anderen mit dem Case Study Housing Project in Verbindung stehenden Architekten wiedergeben. Shulman, diese Spätentdeckung, die sich selbst nie als Künstler verstand, denkt in klassischen, die Vertikale und Horizontale betonenden, dabei weder stimmungs- noch teilnahmslosen Kompositionsmustern und gab übrigens die Fotografie…

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