Ausstellungen: Stuttgart · von Reinhard Ermen · S. 363
Ausstellungen: Stuttgart , 1997

Reinhard Ermen

Magie der Zahl in der Kunst des 20. Jahrhunderts

Staatsgalerie Stuttgart, 1.2. – 19.5.1997

Bis ins Ende der 70er Jahre reichen die Planungen für diese Ausstellung zurück, als Concept und Minimal Art die „Dematerialisierung in der Kunst mit einem rapiden Vordringen von Zeichen und Ziffern“ (v. Holst) betrieb. Doch dann kam der vorlaute Durchmarsch der neuen Wilden, die Klarheit des entmaterialisierten Gedankens geriet ins Hintertreffen; Karin von Maur kuratierte statt dessen im „Jahr der Musik“ 1985 eine andere grundsätzliche Ausstellung: „Vom Klang der Bilder“. Und an diese mittlerweile legendäre Ausstellung sollte die „Magie der Zahl“, jetzt, wo Konzeptualität wieder an Boden gewonnen hat, anknüpfen. Ein Blick in das Katalogbuch von 1985 belegt nachhaltig, wie sehr sich beide Ausstellungen in bezug auf die Gliederung ähneln. Und wie im Falle der Korrespondenz von Musik und Kunst gab es auch zum Verhältnis von Zahl und Kunst noch keine vergleichbare Retrospektive. Für den Überblick auf die „Faszination von Zahlen auf Künstler unseres Jahrhunderts“ wurden also mehr als 450 Arbeiten aus aller Herren Länder zusammengetragen und auf rund 2000 Quadratmetern ausgebreitet. Der Sonderausstellungsraum und die offene Veranstaltungsfläche konnten diese Fülle nicht fassen, es wurde noch im oberen Geschoß ein ganzer Galerieflügel freigemacht. Wieder einmal zeigte sich, daß die Stirlingssche Staatsgalerie ein Gebäude ist, das außen hübsch aber innen durchaus unpraktisch erscheint.

In 11 Kapitel war diese große Nachhilfestunde für den Kunstfreund aufgeteilt. Womöglich wurde dabei die Funktion der Zahl als Impulsgeber einer neuen Kunst am Anfang des 20. Jahrhunderts entschieden überbewertet: „Die Zahl als Signum für Modernität“….

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