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Titel: Im Netz der Systeme · S. 255 - 255
Titel: Im Netz der Systeme , 1989

Marvin Minski
Maryanne Amacher

In ihrer früheren Arbeit hat Maryanne Amacher die Welten der verschiedenen Formen vom Klang im Raum erforscht. Auch wissenschaftliche Psychologen hatten versucht, den Klang zu ergründen, doch nie mit sehr großem Erfolg. Aus gutem Grund: Im wirklichen Universum gibt es viel zu viele mögliche Kombinationen von Mustern. Nur eine Künstlerin von der Größe Amachers konnte entscheiden, welche Fragen gestellt werden sollten – und ihre Antworten sind in die Geschichte der modernen Kunst eingegangen. Viele ihrer wegbereitenden Vorstellungen von räumlichen Klangmodellen und sich gegenseitig beeinflussenden Wahrnehmungen entwickelten sich in Formen von akustischen Installationen, die heute immer beliebter werden.

Doch Amacher gab sich nie mit dem Klang allein zufrieden, und in den achtziger Jahren wandte sie sich immer mehr den herausfordernden Bildern des Eintauchens in Räume des Klangs und des Sehens zu. Ich sehe ihre Arbeit als die Erforschung einer Anzahl von wichtigen Themen an den Grenzen zeitgenössischer Wahrnehmungspsychologie, eine Erforschung der Art und Weise, wie subtile Umweltveränderungen unsere Sicht der Welt von einem zum anderen Moment beeinflussen. Amachers Arbeit beschäftigt sich eingehend mit dem, was passiert, nachdem man sieht und hört: die Nachbilder und die Nachklänge. Auch wenn sie mit mehreren Medien arbeitet, gilt ihr Hauptinteresse doch dem Verständnis der Wahrnehmung von Raum und Dauer, deren Manipulation und der Suche nach Möglichkeiten, Menschen das Gefühl zu geben, daß sie an einem anderen (meistens angenehmeren) Ort sind. Sie legt gleichzeitig diese Einflüsse frei und schafft durch deren Umwandlung mittels ihrer Kunst die Möglichkeit, die Medien derart einzusetzen, daß sie Veränderungen…


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