Ausstellungen: München · von Jolanda Drexler · S. 308
Ausstellungen: München , 2016

Michael Buthe
Michael Buthe und Ingvild Goetz – eine Freundschaft

Haus der Kunst und Sammlung Goetz, München
08.07. – 20.11.2016 und 09.07. – 03.12.2016
von Jolanda Drexler

Nach seinem frühen Tod im Jahr 1994 war es still geworden um den 1944 in Sonthofen (Allgäu) geborenen Michael Buthe, den viermaligen Documenta-Teilnehmer, der bereits in jungen Jahren von dem legendären Schweizer Ausstellungsmacher Harald Szeemann entdeckt wurde. Nun widmen gleich zwei Münchner Institutionen dem bizarren und exzentrischen Selbstdarsteller, der sich Michel de la Sainte Beauté nannte, große Ausstellungen: Das Haus der Kunst bietet eine umfassende Retrospektive, die gemeinsam mit dem Kunstmuseum Luzern und dem Genter S.M.A.K. erarbeitet wurde, während die Sammlung Goetz die Freundschaft zwischen der Sammlerin und dem Künstler in einen persönlich gefärbten Fokus rückt. Seit einigen Jahren haben jüngere Künstler Buthe als Referenz für sich entdeckt. Sie fühlen sich angesprochen von Buthes Lust, Grenzen immer wieder zu überschreiten, und von seiner prozesshaften Werkauffassung, die das Kunstwerk genauso wie gelebtes Leben im permanenten Wandel begreift. Nicht zuletzt inspiriert uns gerade in schwerer Zeit, in der die Angst vor dem Fremden wieder gefährlich hochkocht, Buthes obsessives Interesse für fremde Kulturen – er kann quasi als Exponent für Multi- und Interkulturalität gelten, der unbefangen Elemente aus der christlichen und arabischen Mystik verknüpft, sich aber genauso für afrikanischen Schamanismus begeistert.

Michael Buthe findet nach den Ausbildungsstationen in Kassel und Düsseldorf seinen Lebensmittelpunkt in Köln, wo er 1982 mit seinen Freunden Udo Kier und Marcel Odenbach ein Umspannwerk bezieht und darin sein Atelier als Gesamtkunstwerk gestaltet. Dort finden ausschweifende Feste und…



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