Ausstellungen: Moskau · S. 450
Ausstellungen: Moskau , 1989

Angelika Stepken

Nckunstbo II

Messehallen, 20.6.-10.7.1989

Vor dem Hintergrund von Perestrojka und der entsprechenden „Russen-Welle“ auf dem Kunstmarkt sollte das Projekt „NCKUNSTBO“ – im Titel verschränken sich das russische und deutsche Wort „Kunst“ – statt eines beliebigen und spekulativen Zirkulierens von Bildern die Kommunikation und Kooperation unter Künstlern aus Ost und West über und mit Kunst fördern. Acht Künstler aus Berlin und ebensoviele aus Moskau wollten, angeregt und organisiert von der Künstlerin Lisa Schmitz, jeweils in beiden Städten in mehrwöchigen gemeinsamen Arbeitsphasen gemeinsame Ausstellungen vorbereiten.

Die erste Begegnung im Herbst vergangenen Jahres war für viele der jungen russischen Künstler zugleich die erste Gelegenheit, selbst ins westliche Ausland zu reisen, nachdem ihre Werke bereits auf den einschlägigen Kunstmessen und Sammelausstellungen herumgereicht worden waren. Arbeitsplatz wie Ausstellungsort war in Berlin der Gebäudekomplex des ehemaligen S-Bahnhofs Westend, der heute von der Karl-Hofer-Gesellschaft als Künstler-Werkstatt genutzt wird.

Die abschließende Präsentation der ersten Werkstatt-Ergebnisse zeugte damals – bei allen Unterschieden in Arbeitsweise und kulturellem Hintergrund – von dem Interesse aller Künstler, sich sowohl mit den konkreten Arbeitsbedingungen vor Ort wie auch den jeweiligen Produktionsbedingungen in Moskau und Berlin auseinanderzusetzen.

Ein ganz anderes Bild bot nun NCKUNSTBO II, die Fortführung des Austausches in Moskau. Auch hier sollte die gemeinsame Ausstellung ein Ergebnis einer Zusammenarbeit und Verständigungssuche veranschaulichen. Auf den ersten Blick überraschend war nicht nur der relativ konventionelle Charakter der Präsentation in einer Messehalle, überraschend waren vor allem die zahlreichen augenfälligen Korrespondenzen und Analogien unter den ausgestellten Werken der Moskauer und Berliner Künstler. So dominierte etwa im hinteren der beiden hohen, fensterlosen…

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